Die deutsche Umweltbehörde ist der Ansicht, dass die neuen Düngemittelpläne der Europäischen Kommission in einigen Punkten verbessert werden müssen. So sollte es mehr finanzielle Unterstützung für landwirtschaftliche Betriebe geben, die aus einer EU-weiten Steuer auf Pestizide finanziert wird.
Nach einer Studie der deutschen Umweltbeamten sind Anpassungen notwendig, um die EU-Vorschläge tatsächlich wirksam werden zu lassen. Deutschland wird diese Bedingungen nun in die bevorstehenden Trilog-Verhandlungen des europäischen Gesetzgebungsverfahrens einbringen.
Die Umweltbehörde plädiert dafür, in den EU-Ländern „pestizidfreie“ Flächen einzurichten; in acht Jahren etwa zehn Prozent der Gesamtfläche – ohne Pflanzenschutzmittel oder Brache – und ohne Grünland.
In diesem Fall könnte die derzeit kritisierte Forderung, den Einsatz chemischer Mittel zu verringern, nahezu entfallen. Um den Erfolg kontrollieren zu können, müssen die EU-Mitgliedsstaaten solche chemiefreien Bereiche als Teil ihrer nationalen Aktionspläne verbindlich festlegen.
Die deutschen Umweltbeamten äußern auch Zweifel an der unklaren Gebietsbeschreibung, in der grundsätzlich keine Chemikalien mehr verwendet werden dürfen. Auch die Landwirtschaftsminister und die Agrarkommission haben dazu bereits Anmerkungen gemacht. Die Frage ist, ob dieses Totalkontrollverbot nur für stark frequentierte Parks und Grünanlagen gilt oder auch für Naturschutzgebiete mit landwirtschaftlicher Nebennutzung.
„Die weitreichenden Einschränkungen von Pestiziden in vielen Schutzgebieten, die im Entwurf der Kommission vorgesehen sind, sind zwar aus wissenschaftlicher Sicht notwendig, aber für eine erfolgreiche Umstellung ist eine Übergangszeit nötig“, heißt es.
Außerdem wollen die deutschen Umweltbeamten – wie auch mehrere andere EU-Länder – eine bessere und stärkere Differenzierung zwischen „gefährlichen“ Chemikalien und weniger empfindlichen Varianten. Es muss zudem eine bessere Zonierung der verschiedenen Gebietsarten erfolgen. Im Kommissionsvorschlag wird den Risikounterschieden für Mensch und Umwelt nicht ausreichend Rechnung getragen, so die Kritik.
Dem Bericht zufolge könnte die Akzeptanz durch ausreichende Unterstützung der Landwirtschaftsbetriebe erhöht werden. Die Mitgliedstaaten sollten verpflichtet werden, in ihren jährlichen Haushalten ein angemessenes Finanzbudget festzulegen, zum Beispiel in Form eines Staatsfonds. Die entstehenden Kosten könnten über eine EU-weite Pestizidsteuer refinanziert werden.

