EU führt ein Verbot von Lebensmittel- und landwirtschaftlichen Abfällen ein

Noch in diesem Jahr wird die Europäische Kommission verbindliche Vorschläge gegen Lebensmittelverschwendung und zur Begrenzung der Abfallströme in Landwirtschaft und Gartenbau vorlegen. Das wäre weltweit das erste seiner Art, sagt die Europäische Umweltagentur. 

Bis zu einem Fünftel der Lebensmittelproduktion im EU wird heute verschwendet. Durch die Reduzierung dieser Verluste bis 2030 könnten etwa 4,7 Millionen Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche eingespart werden, berechnete das EEB.

Laut der Umweltagentur EEB verschwenden die EU-Länder mehr Lebensmittel, als sie aus Nicht-EU-Ländern importieren. Im Jahr 2021 importierte der EU 138 Millionen Tonnen landwirtschaftliche Produkte zu einem Preis von 150 Milliarden Euro. 

Gleichzeitig werden jährlich 153,5 Millionen Tonnen Lebensmittel verschwendet, stellte das EEB fest. Lebensmittelverschwendung ist auch für einen Verlust von 143 Milliarden Euro pro Jahr verantwortlich und macht 6% der gesamten Treibhausgasemissionen im EU aus.

Das EEB und 42 weitere Organisationen aus 20 EU-Ländern haben am Freitag eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, in der sie die europäischen Behörden auffordern, die Mitgliedstaaten gesetzlich zu verpflichten, die Lebensmittelverschwendung bis 2030 zu halbieren. 

Sie wollen auch, dass die Verschwendung von landwirtschaftlichen Produkten besser berücksichtigt wird. Laut einem Bericht des World Wildlife Fund WWF aus dem vergangenen Jahr wird viel mehr weggeworfen als bisher angenommen.