Die Landwirtschaftsminister der EU-Länder sind der Ansicht, dass die Europäische Kommission beim Ausarbeiten von Gesetzen und Vorschriften für die Einführung der Kohlenstoffbindung in der Landwirtschaft zügig vorgehen muss.
Diese Gesetze sollen noch vor Jahresende vorliegen, sagten sie gegenüber Landwirtschaftskommissar Janusz Wojciechowski, der letzte Woche in Brüssel die ersten Umrisse dieser neuen agrarwirtschaftlichen Disziplin skizziert hatte.
Die Minister begrüßten die Pläne der Europäischen Kommission, die Kohlenstofflandwirtschaft voranzutreiben, was auch eine der wichtigsten Prioritäten von Frankreich im Rahmen der vorübergehenden Präsidentschaft des Landwirtschaftsrats der EU ist.
Der französische Minister Julien Denormandie kündigte zudem an, dass die Reduzierung der Umweltverschmutzung durch den Agrarsektor Anfang Februar bei einem informellen Ministertreffen in Straßburg gründlich diskutiert werden wird. Die Minister streben an, bei ihrem Treffen im März formelle Schlussfolgerungen zur Zertifizierung der Kohlenstoffbindung zu ziehen.
Obwohl noch wenig über „Vergütungen“ oder „Zahlungen“ für das „Speichern von Kohlenstoff“ bekannt ist, versprach EU-Landwirtschaftskommissar Janusz Wojciechowski, dass die Landwirte ausreichend entschädigt würden. Er reagierte positiv auf Fragen der Minister zur Nutzung der neuen GAP-Mittel über die nationalen Strategiepläne (NSP).
Die Bemühungen Frankreichs, die Angelegenheit zu beschleunigen, erhielten viel Unterstützung vom neuen deutschen Landwirtschaftsminister Cem Özdemir. Der grüne Politiker bezeichnete die Kohlenstofflandwirtschaft als „eine großartige Chance“ für die Landwirte, da sie eine zusätzliche, verlässliche Einnahmequelle biete.
Spanien hat in den Ökoschemata seines nationalen Strategischen Plans bereits einige Praktiken der Kohlenstofflandwirtschaft aufgenommen, „wie intensive Beweidung, Naturschutz und Bepflanzung im Falle von holzigen Kulturen“, erläutert der spanische Landwirtschaftsminister Luis Planas.
Mehrere Länder betonten außerdem, dass ein klares und verlässliches System zur Messung und Belohnung entwickelt werden sollte. Dafür sollten zusätzlich zu den GAP-Subventionen weitere EU-Mittel bereitgestellt werden.
Der niederländische Minister Henk Staghouwer warnte, dass „die EU-Bemühungen zur Förderung der Kohlenstoffbindung nicht zulasten der EU-Bemühungen gehen dürfen, die Emission von Treibhausgasen zu reduzieren“.

