Das Verfahren wird eingeleitet, weil das Haushaltsdefizit die zulässige Grenze von 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts überschreitet. Falls die Situation nicht korrigiert wird, können letztlich Sanktionen folgen, wie etwa die Rücknahme zugesagter Lohnerhöhungen.
Die neue bulgarische Regierung warnt, dass die Haushaltskonsolidierung schwierige Entscheidungen erfordern wird. Gleichzeitig fordern verschiedene politische Parteien, das Defizit im Haushaltsplan für 2026 auf etwa 3 Prozent zu senken. Ihrer Ansicht nach ist dies notwendig, um weitere Maßnahmen aus Brüssel zu verhindern.
Reformorientiert
Der neue Premierminister Rumen Radew spielt eine zentrale Rolle in der Debatte über die finanzielle Lage. Er präsentierte seine Mitte-Links-Koalitionsregierung als reformorientiert und erklärt, dass die Behörden sich auf die Wiederherstellung der Haushaltsstabilität konzentrieren wollen. Dabei wird auch auf die Notwendigkeit hingewiesen, das Vertrauen in die öffentlichen Finanzen zu stärken.
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Der ehemalige Präsident Radew trat Anfang dieses Jahres zurück und gründete eine eigene politische Partei, die bei den jüngsten Wahlen fast eine absolute Mehrheit errang. Damit konnte er jahrelange Instabilität und Korruption in der bulgarischen Politik beenden. Er macht die schlechte finanzielle und wirtschaftliche Lage im Land für Korruption und Vetternwirtschaft verantwortlich. Das Land ist in diesem Jahr der Eurozone beigetreten. Radew zufolge hatten frühere bulgarische Regierungen die finanzielle Lage zu optimistisch dargestellt.
Korruption
Gleichzeitig sicherte er zu, dass die Regierung intensiven Kontakt mit der Europäischen Kommission pflegen wird. Brüssel hat beschlossen, zuvor blockierte Mittel aus dem Wiederaufbau- und Resilienzplan freizugeben, nachdem Radew Reformen zugesagt hatte. Dies verdeutlicht erneut, dass europäische Finanzierung eng mit der Umsetzung vereinbarter Veränderungen verknüpft ist.
Ein wesentlicher Bestandteil dieser Reformen betrifft die Bekämpfung von Korruption. Sowohl die bulgarische Regierung als auch die Europäische Kommission betonen die Bedeutung neuer Maßnahmen auf diesem Gebiet. Dazu gehört unter anderem die Stärkung der Institutionen zur Korruptionsbekämpfung sowie die Verbesserung der Aufsicht über die öffentliche Verwaltung.
EU-Subvention
Neben den Haushaltsproblemen steht auch die Umsetzung umfassender wirtschaftlicher Reformen ganz oben auf der Agenda. Die bulgarischen Behörden wollen europäische Unterstützung nutzen, um Veränderungen durchzuführen, die ihrer Ansicht nach für eine stabilere Wirtschaft und eine besser funktionierende Verwaltung notwendig sind.
Laut europäischen und bulgarischen Vertretern ist politische Stabilität dabei von großer Bedeutung. Nach einer jahrelangen Phase politischer Unsicherheit hofft man, dass eine stabile Regierung die Umsetzung der Reformen beschleunigen und die finanzielle Lage des Landes verbessern kann.

