Die EuropĂ€ische Kommission wird strengere Umweltauflagen fĂŒr die Produktion nahezu aller Produkte auĂer Lebensmittel und Verkehr einfĂŒhren. Die neue Ăkodesign-Verordnung der EU-Kommissare Timmermans (Green Deal), Breton (Binnenmarkt) und Sinkevicius (Umwelt) soll der Wegwerfgesellschaft ein Ende setzen.
Das neue Rahmenwerk erlaubt es, verbindliche Mindestanforderungen an die Mindestlebensdauer von Produkten sowie an deren Reparierbarkeit zu stellen. JĂ€hrlich landen etwa 2,5 Milliarden Tonnen Produkte im MĂŒll in der EuropĂ€ischen Union.
Der niederlĂ€ndische PvdA-Abgeordnete Mohammed Chahim reagiert hoffnungsvoll darauf. Er ist Vizevorsitzender des ENVI-Umweltausschusses im EuropĂ€ischen Parlament: âWir mĂŒssen nicht nur anders konsumieren, sondern vor allem auf der Produktionsseite liegt groĂes Potenzial fĂŒr eine nachhaltige Welt.â
âWir mĂŒssen bereits bei der Gestaltung eines Produkts dessen gesamten Lebenszyklus bedenken. Energieeffiziente GerĂ€te, Autobatterien, die im Eigentum des Herstellers bleiben, und das Recht auf Reparatur sind keine Zukunftsmusik mehr, sondern werden bald zur Norm.â
Beispielsweise werden Waschmaschinen mit zu hoher Wattzahl dank dieser Richtlinie kĂŒnftig in der EuropĂ€ischen Union verboten sein. Die EuropĂ€ische Kommission schlĂ€gt zudem vor, Textilien und Baumaterialien nachhaltiger zu machen, indem ihre Produktion und Rohstoffnutzung effizienter gestaltet werden.
Vor mehr als einem Jahr forderte das EuropÀische Parlament bereits eine Regelung, um neue Produkte nachhaltig, vollstÀndig recycelbar und chemisch sicherer zu machen, gegebenenfalls mit verbindlichen Einfuhrbestimmungen.
Die heute vorgestellten VorschlĂ€ge werden anschlieĂend vom EuropĂ€ischen Parlament und den EU-LĂ€ndern diskutiert. Am 20. Juli wird die Kommission ein zweites Paket von VorschlĂ€gen fĂŒr eine Kreislaufwirtschaft vorlegen, mit Schwerpunkt auf Plastik und Verpackungen. Im Herbst folgen weitere Regeln, die das Recht auf Reparatur verankern sollen.

