Die Europäische Kommission plant kurz vor den Weihnachtsfeiertagen nicht, mit EU-Geldern der von Schweinepest geplagten europäischen Schweinesektor zu helfen. Landwirtschaftskommissar Janusz Wojciechowski sieht derzeit Anzeichen einer leichten Erholung der Schweinepreise.
Der jetzige Ankauf von Vorräten mit EU-Geldern würde den Markt verzerren. Sollte sich die Erholung jedoch nicht fortsetzen, sei eine Markteingriff im Januar wahrscheinlich, sagte er.
Zum dritten Mal in Folge drängten EU-Länder bei Brüssel auf zusätzliche Unterstützung, doch vor allem die „großen“ Fleischländer wie Deutschland, Dänemark, die Niederlande, Irland und Spanien sind bisher dagegen.
Auf einer Pressekonferenz nach der Agrarratssitzung erklärte der Kommissar, er habe mit einzelnen Ländern darüber gesprochen, nannte jedoch keine Namen.
Außerdem forderten dreizehn EU-Länder, dass Brüssel mit zusätzlicher Unterstützung bei den extrem hohen Preisen für Kunstdünger, Saatgut und Gas (für Gewächshäuser) einspringt. Wojciechowski wies darauf hin, dass es sich nicht um ein europäisches, sondern ein weltweites Problem handele. Er deutete an, dass die Regierungschefs dies Ende der Woche auf ihrem EU-Gipfel erneut behandeln werden.
Wojciechowski wies auch darauf hin, dass mehrere EU-Länder aus ihrem Corona-Wiederaufbaufonds Millionen Fördergelder für die ländliche Entwicklung eingesetzt haben. Dieses Geld dürfen sie auch zur Unterstützung von Schweinebauern oder zur Förderung von Kunstdünger verwenden.
Tschechien versuchte im Namen der Visegrád-Gruppe erneut, die neue Landwirtschaftspolitik und die Strategie „Vom Hof auf den Tisch“ hinauszuzögern, da viele Länder ihre strategischen Pläne (NSP) noch nicht eingereicht haben.
Deshalb müsse das neue Gemeinsame Agrarprogramm (GLB) in den ersten Jahren nach Ansicht vieler osteuropäischer Länder nur marginal kontrolliert werden. Die Europäische Kommission und andere EU-Länder (darunter die Niederlande) halten jedoch an den getroffenen Vereinbarungen fest.

