Die Unterzeichner möchten auch, dass die Biodiversität auf landwirtschaftlichen Flächen wiederhergestellt wird und dass Landwirte während einer Übergangszeit zur agroökologischen Landwirtschaft finanziell unterstützt werden.
Die Europäische Kommission hat die Europäische Bürgerinitiative (EBI) „Rettet die Bienen und die Bauern!“ begrüßt, hält die aktuellen EU-Pläne (Halbierung der Chemikalien in Land- und Gartenbau) jedoch vorerst für ausreichend.
„Der Erfolg der Bürgerinitiative zeigt deutlich, dass es breite öffentliche Unterstützung für Maßnahmen zum Schutz von Bestäubern, Biodiversität und nachhaltiger Landwirtschaft gibt. Die Kommission ruft daher das Europäische Parlament und die EU-Regierungen auf, sich schnell auf den Schutz und die Wiederherstellung der europäischen Bestäuber zu einigen“, so die Kommission.
Der Kommissionsvorschlag zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln enthält einen Plan, die Nutzung von chemischen Pflanzenschutzmitteln und die daraus resultierenden Risiken zu begrenzen. Die Kommission hat vorgeschlagen, das Risiko und die Nutzung chemischer Pflanzenschutzmittel bis zum Jahr 2030 um 50 % zu reduzieren.
In der EU geht laut neuesten Untersuchungen bei einer von drei Bienen-, Schmetterlings- und Schwebfliegenarten der Bestand zurück, während 80 % der Nutzpflanzenarten und wild blühenden Pflanzen auf Bestäubung durch Tiere angewiesen sind. Die Hälfte der landwirtschaftlichen Flächen in der EU ist bereits jetzt von einem Bestäubungsmangel bedroht.
Laut der Bürgerinitiative ist der Europäischen Kommission die Bedeutung der Biodiversität bewusst und sie habe in den letzten Jahren gute Gesetze vorgelegt. Dennoch sei mehr Ehrgeiz nötig, etwa ein Verbot von Pestiziden. Nach Ansicht der Organisation hören viele europäische und nationale Politiker zu sehr auf die Lobby der Pestizidhersteller.
Die Europäische Bürgerinitiative wurde eingeführt, um den EU-Bürgern mehr Mitspracherecht bei der europäischen Gesetzgebung zu geben. Sie ist seit 2012 in Kraft.

