Die rumänische Europaabgeordnete Adina Vălean (51) wird die neue EU-Kommissarin für Verkehr, wenn es nach der künftigen Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen geht. Quellen aus dem Umfeld der deutschen Politikerin berichten, dass ihre Wahl auf Vălean fiel, weil sie viel Erfahrung in der europäischen Politik hat, auch im Bereich der Verkehrspolitik.
Die neue rumänische Regierung stellte neben Vălean auch Siegfried Muresan als Kandidaten vor. Von der Leyen hat beide sofort interviewt. Beide überzeugten mit ihrer Vorstellung, doch da sie eine ausgewogene Balance von Männern und Frauen in ihrem Team anstrebt, fiel die Entscheidung auf Vălean. Das Mitglied der christdemokratischen Europäischen Volkspartei (EVP) ist derzeit Vorsitzende des Industrieausschusses im Europäischen Parlament.
Am 14. November wird Vălean vom Verkehrsausschuss der Kommission angehört. Als rumänische Staatsbürgerin ersetzt sie Corina Creţu als EU-Kommissarin für Regionalpolitik in der scheidenden Kommission unter der Leitung von Jean-Claude Juncker.
Die Ernennung von Vălean beendet eine fast zweimonatige Pattsituation bezüglich des Vorschlags Rumäniens für die Vergabe des Ressorts. Ende September erklärte der Rechtsausschuss des Europäischen Parlaments, dass das rumänische EU-Parlamentsmitglied Rovana Plumb, die zuerst von Bukarest vorgeschlagen wurde, einen Interessenskonflikt für diese Position habe. Drei weitere rumänische Kandidaten, die anschließend von der ehemaligen sozialdemokratischen Regierung nominiert wurden, wurden entweder von der Kommission zurückgewiesen oder zogen ihre Kandidatur zurück.
Das Team der Kommissionspräsidentin Von der Leyen ist nun fast komplett. In der vergangenen Woche akzeptierte sie bereits die von Frankreich und Ungarn vorgeschlagenen Kandidaten. Nur Großbritannien hat bislang keinen Kommissar nominiert.
Der Rechtsausschuss des Europäischen Parlaments wird jetzt prüfen, ob bei den Kandidaten aus Frankreich, Ungarn und Rumänien Interessenkonflikte vorliegen. Anschließend müssen sie noch eine Anhörung bestehen. Die Planung sieht vor, dass das Parlament die gesamte Kommission Ende November bestätigt, sodass das Team am 1. Dezember starten kann.

