Die Europäische Kommission nimmt zudem noch keine Stellung zu einem Verbot der Haltung von Tieren in Käfigen, sondern holt zunächst ein Gutachten der EFSA ein. Dasselbe gilt für ein Verbot der Zucht von Pelztieren. Damit werden diese beiden Themen über die Europawahlen hinausgeschoben und an die neue Europäische Kommission weitergereicht.
Tierschutzorganisationen weisen darauf hin, dass zu beiden Themen eine erfolgreiche europäische Bürgerinitiative stattfand, bei der Millionen Einwohner ein solches Verbot forderten.
Den Viehtransporteuren werden weitere fünf Jahre eingeräumt, um ihre LKW an neue Größenanforderungen anzupassen. Die Stehhöhe muss erhöht und der Bodenplatz pro Tier vergrößert werden. Laut dem europäischen Dachverband der Agrarbranche Copa-Cosega ist diese Forderung für die Transportbranche nahezu unbezahlbar.
Die Kommission kommt jedoch teilweise der Kritik am „Herumschleppen von lebenden Tieren“ quer durch Europa zu Schlachthöfen entgegen. Fahrten für den Schlachttransport werden auf maximal neun Stunden begrenzt. Damit will Brüssel den Tiertransport einschränken.
Für andere (Export-)Transporte schlägt die Kommission eine maximale Reisezeit von 21 Stunden pro Tag vor, mit mindestens einer Stunde Pause nach zehn Stunden. Nach diesen 21 Stunden sollen die Tiere einen Tag außerhalb des Lastwagens ruhen können, bevor die Fahrt mit weiteren maximal 21 Stunden fortgesetzt werden darf.
Die Europäische Kommission möchte außerdem die professionelle Zucht von Hunden und Katzen erstmals auf europäischer Ebene regulieren. Haustiere sollen mit einem Chip versehen und registriert werden. Straßen- und Streunerhunde sind davon jedoch ausgenommen.
Die niederländische Europaabgeordnete Anja Hazekamp (PvdD) bezeichnet die neuen Regeln als „sehr enttäuschend“. „Wenn dies die neuen Regeln werden, gehen die schrecklichen Transporte per Schiff, LKW und sogar Flugzeug einfach weiter. Selbst Langstreckentransporte in den Nahen Osten und andere entlegene Teile der Welt bleiben unter den neuen Regeln möglich“, sagt Hazekamp.
Die Vorschläge müssen nun noch vom Europäischen Parlament und den EU-Mitgliedstaaten genehmigt werden, voraussichtlich frühestens im Jahr 2025.

