Nach Ansicht der Minister ist das derzeitige Finanzierungssystem unverzichtbar für Ernährungssicherheit, ländliche Entwicklung und Nachhaltigkeit.
Die Minister bekundeten ihre Unterstützung für den neuen Kurs, den Agrarkommissar Christophe Hansen vorgeschlagen hat. Er möchte, dass europäische Landwirte mehr Spielraum erhalten, weniger durch Vorschriften belastet werden und besser mit Bauern außerhalb der EU konkurrieren können. Hansen plädiert für eine vereinfachte Politik und mehr Aufmerksamkeit für die wirtschaftliche Lage der Landwirte.
Obwohl die Minister den Grundzügen von Hansens Plänen zustimmten, machten sie in einem Punkt deutlich: Am Agrarhaushalt darf nicht gespart werden. In den kommenden Jahren wird an einem neuen langfristigen EU-Haushalt gearbeitet, und dabei droht der Landwirtschaft weniger Geld zuzufließen. Die EU benötigt in den nächsten Jahren mehrere hundert Milliarden zusätzlich für die europäische Aufrüstung und auch, um wirtschaftlich stärker zu sein.
Die Minister für Ernährung und Landwirtschaft halten dies für unverantwortlich. Ihrer Ansicht nach muss die Agrarpolitik auch in Zukunft über ein eigenes, solides Budget verfügen. Sie betonen, dass Landwirtschaft nicht nur Lebensmittelproduktion bedeutet, sondern auch zur Sicherheit beiträgt. Gerade in Zeiten geopolitischer Spannungen sei das wichtig, so mehrere Delegationen.
Der deutsche Landwirtschaftsminister Cem Özdemir, der vermutlich zum letzten Mal an der Sitzung teilnahm, unterstrich die Bedeutung einer modernen Agrarpolitik, die Landwirten Perspektiven bietet. Er unterstützt den Kurs Hansens, warnte jedoch davor, dass selbst die besten Pläne ohne ausreichende Finanzierung kaum Erfolgschancen haben.
Auch Österreich, Polen, Frankreich, Italien und Spanien betonten, dass Landwirtschaft nicht gegen andere Prioritäten wie Verteidigung oder Klima ausgespielt werden darf. Mehrere Länder bezeichneten Ernährungssicherheit als ein strategisches Ziel.
Die Minister riefen die Europäische Kommission auf, rechtzeitig Klarheit über den finanziellen Rahmen nach 2027 zu schaffen. Sie wollen nicht, dass die Landwirtschaft wie in der Vergangenheit manchmal erst am Ende der Verhandlungen Beachtung findet. Ihrer Meinung nach muss Brüssel jetzt schon garantieren, dass die Agrarpolitik kein Sparposten wird.

