Die deutsche Landwirtschaft muss sich daher möglicherweise umfassend reorganisieren. Die möglichen Folgen der finanziellen Probleme von BayWa gehen über das Unternehmen selbst hinaus. Angesichts der wichtigen Rolle auf den Agrar- und Energiemärkten hätte eine Instabilität des Unternehmens potenzielle Auswirkungen auf seine Lieferanten, Kunden und die breitere Branche.
Die Investitionen des süddeutschen Agrargiganten in Solarpanele und Windkraftanlagen galten als strategische Schritte zur langfristigen Sicherung der Zukunft. Offenbar haben diese Investitionen bisher nicht die Erwartungen erfüllt, wodurch BayWa mit erheblichen finanziellen Verpflichtungen belastet ist.
Deutschland hat nach den Nuklearkatastrophen in Tschernobyl und Fukushima beschlossen, aus der Nutzung der Kernenergie auszusteigen. Weiterhin wurde beschlossen, die CO2-Emissionen der Kraftwerke (die größtenteils mit abgebauter Braunkohle betrieben werden) so schnell wie möglich zu reduzieren und auf den Einsatz nachhaltiger Solar- und Windenergie umzusteigen.
Außerdem haben die EU-Länder aufgrund der russischen militärischen Aggression nach Westen im Jahr 2022 beschlossen, die Einfuhr von russischem Erdgas so schnell wie möglich zu beenden. Für Deutschland bedeutete dies die Absage an die nahezu fertiggestellte russische Nordstream-Gaspipeline. Aus diesem Grund werden auch die großen deutschen Konzerne und Finanzinstitute dazu ermutigt, in neue Energieformen zu investieren.

