Der polnische Landwirtschafts- und Entwicklungsminister Jan Krzysztof Ardanowski erklärt, dass der kürzlich vorgestellte Regierungsplan zur Entwicklung von Biogasanlagen eine neue Einnahmequelle für kleine polnische Bauernhöfe werden könnte.
Durch die Verarbeitung der verfügbaren landwirtschaftlichen Biomasse aus dem polnischen ländlichen Raum könnten jährlich fast 8 Milliarden Kubikmeter Biogas produziert werden. Für die Entwicklung und den Bau solcher Biovergasungsanlagen werden künftig auch EU-Subventionen bereitgestellt.
Dem Minister zufolge könnten solche Anlagen Bestandteil der „Energiewende“ werden, also der Umstellung auf umweltfreundliche und nachhaltige Energieerzeugung. Derzeit werden in Polen noch sehr viele Kohlekraftwerke betrieben, und auf dem polnischen Land wird in zahlreichen Öfen Kohle verfeuert.
Derzeit gibt es in Polen bereits etwas mehr als hundert Biogasanlagen, die Abfälle aus der landwirtschaftlichen Produktion verarbeiten. Biogasanlagen können sowohl auf öffentlichem als auch auf privatem Grund gebaut werden. Das Landwirtschaftsministerium will die Vorschriften ändern, um solche Investitionen zu fördern. So können kleine polnische Bauern auf dem Land Energiegenossenschaften gründen und zu Lieferanten natürlicher Rohstoffe für solche Vergaser werden.
Dies sind Biogasanlagen, die Methangas für die Einspeisung in Gasnetze privater Haushalte produzieren und nicht – wie bisher meist üblich – nur als Rohstoff für Kraftwerke dienen. PGNiG, das größte polnische Gas- und Ölunternehmen, hat bereits Interesse an einer Zusammenarbeit mit polnischen Bauern als Rohstofflieferanten gezeigt.
Minister Ardanowski machte jedoch deutlich, dass die Entwicklung eines solchen Programms Kapitalunterstützung benötigt. Die ländlichen Gebiete verfügen zwar über großartige Ressourcen, die für erneuerbare Energien nützlich sind, aber nicht über finanzielle Mittel.
„Wenn wir dieses Problem lösen, wird die auf dem Land verteilte Energie eine wichtige Energiequelle für unser Land werden“, sagte der Minister und verwies dabei auf nationale und EU-Finanzierungsquellen für solche Projekte.
Neben Biogasanlagen, der sogenannten kleinen Windenergie und photovoltaischer Sonnenenergie, ermutigte Ardanowski bei einer Veranstaltung in Karpacz auch dazu, – wie er es ausdrückte – „kollektiven Wohlstand“ durch die Gründung von Energiegenossenschaften und Energieclustern zu entwickeln.

