Der britische Premierminister Boris Johnson hat eine Endoffensive gestartet, um Unterstützung für eine Austrittsregelung beim britischen EU-Austritt zu gewinnen. Er will am Montag ein Gespräch mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem EU-Präsidenten Jean-Claude Juncker führen, wie britische Medien berichten.
Johnson bittet sie um Hilfe, um ein Scheitern zu verhindern. Er fordert die EU-Führer auf, ihm zu helfen, den möglichen Schaden so weit wie möglich zu begrenzen. Damit erkennt Johnson an, dass ein Austritt ohne Austrittsregelung („No-Deal“) am 31. Oktober der britischen Wirtschaft schadlich sein wird.
Im Grunde läuft seine Bitte darauf hinaus, dass er in jedem Fall eine Einigung benötigt.
Der EU-Vorsitz Finnlands hat Boris Johnson mitgeteilt, dass nur noch etwa zehn Arbeitstage verbleiben, bis der 31. Oktober erreicht ist, und dass die Premier- und Staatschefs der 28 EU-Staaten am 17. und 18. Oktober eine endgültige Entscheidung treffen müssen.
Der britische Oppositionsführer Jeremy Corbyn erklärt, es sei unwahrscheinlich, dass er einen neuen Deal zwischen Johnson und der EU unterstützen werde. Er sieht weiterhin Probleme bei der Frage der Grenze zu Irland. Die Insel wird künftig teilweise Mitglied der EU bleiben, während die britische Provinz Nordirland zusammen mit dem Rest des Vereinigten Königreichs austritt.

