Die britische Regierung hat eine Konsultation zur Erlaubnis der Genbearbeitung in der Landwirtschaft und Viehzucht angekündigt.
Umweltminister George Eustice sagte, dass diese Technologie erhebliche Vorteile für Natur und Umwelt bringen könne. London kann hierfür jetzt selbst Gesetze erlassen, da das Vereinigte Königreich nicht mehr Teil der Europäischen Union ist.
Genbearbeitung unterscheidet sich von genetischer Modifikation, bei der DNA einer Art in eine andere eingeführt wird. Genetisch modifizierte Organismen enthalten DNA anderer Arten.
Das Bearbeiten statt Ändern trifft beispielsweise auf Crispr-Cas zu. Der Europäische Gerichtshof regelt Genbearbeitung derzeit noch genauso wie genetische Modifikation, und daher ist sie nicht erlaubt.
Dennoch hat Crispr-Cas inzwischen viele Befürworter in den EU-Ländern, die die Technik weiter verbreiten wollen. Die niederländische Landwirtschaftsministerin Carola Schouten und ihre deutsche Kollegin Julia Klöckner unterstützen diese Methode, ebenso wie unter anderem Spanien, Dänemark, Estland und Schweden.
Die gestern im Vereinigten Königreich gestartete Konsultation schlägt vor, großzügigere Regeln anzuwenden. Dieser Ansatz wurde bereits von zahlreichen Ländern übernommen, darunter Japan, Australien und Argentinien. Forschungen haben bereits gezeigt, wie Gen-Technologie bei der Zucht von Schweinen helfen kann, die resistent gegen schädliche Krankheiten wie PRRS und Afrikanische Schweinepest sind.
Als Reaktion auf die Ankündigung sagte der Vizepräsident Tom Bradshaw der britischen Agrarföderation NFU, dass Genbearbeitung große Vorteile für die britische Landwirtschaft bieten könne. „Neue Biotechnologien machen es auch möglich, Lebensmittel mit viel direkteren Vorteilen für die Öffentlichkeit zu entwickeln, wie gesündere Öle, einen höheren Vitamingehalt und Produkte mit längerer Haltbarkeit.
„Wir wissen, dass die Genbearbeitung an sich kein Wundermittel sein wird, aber sie kann ein sehr wichtiges Werkzeug sein, um uns zu helfen, die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen“, so der englische NFU-Chef.

