Die britischen Exporte in die EU-Länder haben sich im Januar nach dem Brexit mehr als halbiert

Die Exporte britischer Waren in die Europäische Union gingen im Januar gegenüber dem Vorjahr um mehr als zwei Drittel zurück. Der Rückgang der Exporte ist nicht so sehr auf die Koronapandemie zurückzuführen, sondern hauptsächlich auf zusätzliche Zollkontrollen und Papierkram nach dem Brexit.

Britische Transportorganisationen beschweren sich, dass es viel zu wenige britische Zollbeamte gibt. Es gibt nur 10.000, ein Fünftel von dem, was benötigt würde. In EU-Ländern besteht die Befürchtung eines noch geringeren Umsatzes, wenn der britische Zoll im Juli mit der Kontrolle der Einfuhr europäischer Waren beginnt.

Derzeit gibt es auch strenge Regeln für britische Lkw-Fahrer, die von Großbritannien über den Kanaltunnel nach Frankreich reisen. Sie sollten nun in der Lage sein, einen negativen Koronatest zu zeigen.

Der Schaden tritt auch bei britischen Exporteuren auf, die mit neuen Zollkontrollen und Störungen des IT-Systems zu tun haben. Es wird geschätzt, dass allein in der Fischereiindustrie 1 Million Pfund pro Tag verloren gehen.

Die zusätzliche Verzögerung hat die Geschäftswelt in Schottland bereits mehr als 11 Millionen Pfund gekostet. Laut dem schottischen Brexit-Minister Michael Russell sind schottische Landwirte und Lebensmittelunternehmen mit kostspieligen Verzögerungen und großen finanziellen Verlusten konfrontiert.

In jedem Fall beläuft sich der Schaden auf Verluste von 11 Millionen Pfund Sterling für schottische Pflanzkartoffelbauern, die nicht mehr in EU-Länder exportieren können. Später in dieser Woche wird es einen britisch-europäischen Gipfel zu diesem Thema geben. EU-Diplomaten haben gesagt: „Die Briten sollten nicht jammern: Sie wollten den Brexit und haben jetzt bekommen, was sie wollten, heißt es in den Korridoren.

In einem Gespräch mit dem schottischen Regionalparlament in Edinburgh sagte Minister Russell, die schottische Regierung werde weiterhin alles tun, um die Auswirkungen des Brexit zu mildern - einschließlich einer sechsmonatigen Nachfrist, um den Unternehmen mehr Zeit für Veränderungen zu geben.

Die schottische Regierung hat ein neues Hilfspaket in Höhe von 7,75 Millionen Pfund Sterling angekündigt, um Fischer, Fischereifirmen und Häfen zu unterstützen, die vom EU-Ausgang bedroht sind.

Letzte Woche sagten die britischen Handelskammern, dass nicht nur britische Unternehmen, sondern auch britische Regierungsbehörden nicht ausreichend auf das Inkrafttreten der neuen britisch-europäischen Handelsverfahren vorbereitet seien.