Der britische Premierminister Boris Johnson bedauert, dass es ihm nicht gelungen ist, Großbritannien bis zum 31. Oktober aus der Europäischen Union zu führen. Außerdem übte er Kritik an dem US-Präsidenten Donald Trump, der gesagt hatte, dass das Brexit-Abkommen zwischen Johnson und der EU einem Handelsabkommen zwischen Großbritannien und den Vereinigten Staaten im Wege stehen werde. Johnson sagte, dass Trump völlig falsch liege und er einen großartigen Deal mit Brüssel abgeschlossen habe.
Johnson sagte weiterhin, dass er kein neues Referendum über die schottische Unabhängigkeit zulassen wolle. Johnson bezeichnete das zuvor ablehnende Referendum von 2014 als eine „einmalige Entscheidung pro Generation“.
Damit scheint Johnson die schottische Hoffnung auf ein neues Unabhängigkeitsreferendum zu enttäuschen. Um ein solches Referendum verbindlich zu machen, benötigt die schottische Regierung die Zustimmung des britischen Unterhauses. Am Freitag erklärte die schottische Premierministerin Nicola Sturgeon, dass sie noch in diesem Jahr ein Referendum beantragen werde.
Dieses neue Referendum ist laut der schottischen Premierministerin nötig, weil Schottland gegen seinen Willen aus der EU verschwinden droht. Da der Brexit gegen den Willen Schottlands durchgesetzt werde, habe Edinburgh laut Sturgeon ein sehr starkes Mandat für ein Unabhängigkeitsreferendum.
Doch der britische Premierminister Boris Johnson sagt nun, dass er kein neues Referendum zulassen werde. Oppositionsführer Jeremy Corbyn hat seinerseits bereits erklärt, dass er ein zweites schottisches Referendum nicht blockieren würde.
Nigel Farage, der Vorsitzende der britischen Brexit-Partei, wird bei den britischen Wahlen am 12. Dezember nicht kandidieren. Stattdessen wird er landesweit in Großbritannien Wahlkampf gegen das Abkommen führen, das Johnson mit der Europäischen Union schließen will. Farage hat in seinem Wahlkreis bei früheren Wahlen sieben Mal versucht, ins Unterhaus gewählt zu werden, was ihm jedoch nie gelang.
„Ich habe lange darüber nachgedacht, wie ich mich am besten für den Brexit einsetzen kann. Soll ich selbst einen Sitz im Parlament gewinnen oder ist es besser, die Sache durch die Unterstützung von 600 Kandidaten im gesamten Vereinigten Königreich voranzubringen? Ich habe entschieden, dass die letzte Option die beste ist“, sagte Farage.
Letzte Woche bot Farage den Konservativen eine Wahlkoalition an: Wenn die Tories bereit wären, Johnsons Abkommen mit Brüssel zurückzuziehen und sich auf einen No-Deal-Austritt aus der EU vorzubereiten, würde seine Brexit-Partei darauf verzichten, eigene Kandidaten in den über 600 Wahlkreisen aufzustellen. Da Johnson dies abgelehnt hat, wird die scharf anti-EU eingestellte Partei nun überall eigene Kandidaten ins Rennen schicken. Dies wird als Bedrohung für die Konservativen gesehen, da unzufriedene Anti-EU-Mitglieder nun das Boris-Brexit-Barnier-Abkommen über die Wahl ablehnen könnten.

