Britische Schlachthöfe haben begonnen, einen Teil ihrer Arbeit vorübergehend nach Irland und möglicherweise auch in die Niederlande zu verlagern. Aufgrund eines großen Personalmangels müssen sie Schweinekadaver zur Zerlegung und weiteren Verarbeitung in EU-Länder bringen.
Das Outsourcing nach Irland hat bereits begonnen, und in Kürze wird eine Entscheidung bezüglich der Niederlande erwartet, sagte ein britischer Beamter. Das Fleisch müssen die Briten anschließend jedoch wieder einführen. Das lindert die Problematik, aber so ist es nicht länger „britisches Schweinefleisch“ in den britischen Verkaufsregalen.
Wegen der Corona-Krise, Brexit, Exportproblemen und kaum Exporten nach China hat das Vereinigte Königreich schon eine Weile mit einem Überschuss an Schweinen zu kämpfen. Nach Angaben der Schweineindustrie haben Schweinehalter bereits Zehntausende gesunde Schweine schlachten lassen, mangels Platz in den Ställen und fehlender Verarbeitungskapazität in den Schlachthöfen. Dort gibt es 10.000 bis 12.000 offene Stellen.
Der Eingriff hat auch finanzielle Folgen. Um die zusätzlichen Transportkosten und Zollformalitäten zu decken, müssen die Produzenten pro Lkw 1.500 Pfund zahlen.
Um den akuten Personalmangel zu beheben, hat die britische Regierung vor kurzem die Visaregelung für Saisonarbeiter ausgeweitet. Die Schlachthöfe dürfen 800 ausländische Arbeitskräfte einstellen. Durch den Brexit verloren Arbeitnehmer aus anderen EU-Ländern ihre britische Arbeitserlaubnis und mussten das Land verlassen.
Die Branche bezeichnet dies außerdem als Tropfen auf den heißen Stein. „Es dauert 18 Monate oder länger, diese Menschen auszubilden“, sagt Nick Allen von der British Meat Processors Association.

