Der größte britische Unternehmerverband CBI hat dazu aufgerufen, die Einführung neuer Zollkontrollen nach dem Brexit zu verschieben, da die Unternehmen aufgrund der Coronakrise nicht genug Zeit hatten, sich darauf vorzubereiten.
Das CBI ist nicht der Einzige, der um mehr Zeit bittet. Am Mittwoch erklärte die britische Fleischindustrie, dass die Regierung über eine „Orientierungsphase“ verhandeln müsse.
Weniger als 14 Tage bevor Großbritannien den EU-Binnenmarkt verlässt, tappen viele britische und europäische Unternehmen weiterhin im Dunkeln, wie die künftige Handelsbeziehung aussehen wird. Es wird vor einem Transport-Chaos gefürchtet, da erneut Zollkontrollen eingeführt werden müssen.
Die Confederation of British Industry, die 190.000 Unternehmen vertritt, fordert ebenfalls eine Aufschubfrist für die neuen erforderlichen Papierformalitäten, unabhängig davon, ob das Vereinigte Königreich und die Europäische Union ein Handelsabkommen erreichen oder nicht.
„Da die Zeit so knapp ist, müssen beide Seiten Maßnahmen ergreifen, um die Störungen auf ein Minimum zu beschränken, egal wie die Verhandlungen ausgehen“, sagte das CBI in einem am Freitag veröffentlichten Bericht.
Die britische Regierung von Premierminister Boris Johnson lehnt bisher kategorisch eine Verlängerung der Brexit-Übergangsphase ab, möchte aber bei einigen Bereichen eine sechsmonatige „verzögerte Einführung“.
Die britische Regierung hat angedeutet, dass sich an den britischen Fährhäfen ein Stau von 7.000 Lastwagen bilden könnte. Außerdem ist unklar, ob importierte Lebensmittelprodukte aus der EU rechtzeitig ins Land gelangen können.

