Bovaer wird in vielen Ländern erfolgreich gefördert und angewendet. Der Wirkstoff kann unter anderem die Methanemission von Kühen um bis zu 27 Prozent reduzieren und gilt daher als Mittel in der grünen Transformation der Landwirtschaft.
Auf sozialen Medien in Großbritannien verbreiten sich seit Kurzem Verschwörungstheorien, weil der amerikanische Milliardär und Microsoft-Gründer Bill Gates „dahintersteckt“. Er war bereits zuvor von Verschwörungstheoretikern in Verruf gebracht worden, weil er weltweit verschiedene landwirtschaftliche Flächen kaufen würde, um die Kontrolle über die Lebensmittelversorgung zu gewinnen.
Obwohl das Mittel von den Behörden zugelassen wurde und verschiedene Experten laut BBC einschätzen, dass keine Gesundheitsrisiken bestehen, verbreiten sich Verschwörungstheorien in den sozialen Medien.
Die Verwirrung in der Öffentlichkeit wird dadurch verstärkt, dass verschiedene Bio-Molkereihersteller erklären, sie würden ihren Kühen kein Bovaer zufüttern, wodurch der Eindruck entsteht, ‚dass offenbar etwas daran nicht stimmt‘. In diesen Fällen wird vonseiten der Bio-Landwirtschaft nicht hinzugefügt, dass sie aufgrund ihrer Bio-Zertifizierung nichts zum Futter hinzufügen.
„Unsere Milch- und Fleischproduktion basiert auf traditionellen, biologischen Weiden und nicht-intensiven Anbaumethoden. Die Natur weiß, was sie tut“, schreibt zum Beispiel das britische Molkereiunternehmen Hook & Son auf X. Als Reaktion darauf schrieb DSM-Firmenich, dass der Test in Großbritannien „Falschinformationen und Unwahrheiten“ über die Sicherheit des Produkts verursacht habe.
Auch Arla hat inzwischen auf die Aufregung in Großbritannien reagiert. „Die Kritik in den sozialen Medien basiert auf einer vollkommen falschen Annahme, dass Bill Gates hinter Bovaer steckt und dass es für Menschen unsicher sei, Milch von Kühen zu trinken, denen Bovaer ins Futter gemischt wird“, erklärt Arla-Direktor Rune Jungberg Pedersen. „Beide Behauptungen sind kategorisch falsch und es ist für uns von entscheidender Bedeutung, dass Verbraucher nicht falsch informiert werden.“

