Die griechische Polizei führte letzte Woche eine Durchsuchung in einem Lagerhaus in Thessaloniki durch, wo sie insgesamt 13 Tonnen Öl entdeckte: etwa die Hälfte war gefälschtes Olivenöl, während die andere Hälfte gewöhnliches Sonnenblumenöl war.
Zwei Männer, ein 80-jähriger Mann und sein 36-jähriger Sohn, wurden wegen Verstoßes gegen das Lebensmittelrecht festgenommen. Nach der Befragung wurden sie vorläufig freigelassen.
Die beiden Männer gingen immer auf die gleiche Weise vor. In Bulgarien kauften sie Sonnenblumenöl, dem sie anschließend Farbstoff hinzufügten, um die typische grünliche Farbe von Olivenöl zu erhalten. Anschließend klebten sie ein Etikett mit der Aufschrift „extra vergine Olivenöl“ auf die Fässer, mit der Behauptung, dass das Öl in Griechenland hergestellt wurde.
Im Lager wurden Tausende leere Dosen gefunden. Das gefälschte Olivenöl wurde sowohl in Griechenland als auch in Bulgarien verkauft.
Griechenland, das zusammen mit Italien und Spanien zu den fünf größten Olivenproduzenten der Welt gehört, hatte im vergangenen Jahr ein sehr schlechtes Jahr. Aufgrund von Hitzewellen und Trockenheit erzielten die Bauern nur die Hälfte der üblichen Olivenernte.
Auch die Preise stiegen dadurch um satte 110 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Neben Fälschungen gab es vereinzelt auch Einbrüche und Diebstähle in Lagerhäusern, um Öl und/oder Oliven zu stehlen. Anfang Oktober letzten Jahres beschlagnahmte die spanische Polizei in Sevilla 74 Tonnen gestohlene Oliven, und Diebe in Griechenland erbeuteten 37.000 Liter Olivenöl.

