China hat den Import von Schweinefleisch des deutschen Konzerns Tönnies sowie von Lachs aus Europa verboten, da eine Untersuchung zu einem neuen Ausbruch des Coronavirus eingeleitet wurde. Chinesische Beamte teilten mit, dass auf dem Xinfadi-Markt in Peking die Fleisch- und Meeresfrüchteabteilungen als „schwer kontaminiert“ mit dem Virus befunden wurden.
Die Quelle des neuen Ausbruchs rund um Peking ist noch unbekannt, aber genetische Spuren des Virus deuten laut der South China Morning Post darauf hin, dass es möglicherweise aus Europa stammt.
Der neue Ausbruch auf dem überdachten Lebensmittelmarkt hat mehr als 100 Menschen betroffen, darunter Mitarbeiter des Xinfadi-Marktes. Die meisten arbeiten in den Bereichen Meeresfrüchte oder Rind- und Lammfleisch, und die Marktmitarbeiter der Fischabteilung zeigten laut dem chinesischen Zentrum für Krankheitskontrolle und -prävention früher Symptome als andere.
Am 18. Juni verbot China den Import von Schweinefleisch des deutschen Herstellers Tönnies, nachdem bei diesem Unternehmen mehr als 650 seiner Arbeitnehmer positiv auf COVID-19 getestet worden waren. Am 17. Juni wurde berichtet, dass China den Import von Lachs aus Europa gestoppt hatte, nachdem auf dem Markt das Virus auf Schneidebrettern entdeckt worden war, die bei der Verarbeitung von importiertem Lachs verwendet werden.
Nach Berichten der britischen Nachrichtenagentur Reuters haben in dieser Woche in chinesischen Häfen Tests an Containern für den Import von Fleisch, Meeresfrüchten, Obst und Gemüse begonnen. Reuters berichtete, dass jeder Container im Hafen von Tianjin geöffnet und Proben für Virustests entnommen werden.
Auf dem Firmengelände in Nordrhein-Westfalen des größten deutschen Schlachthofs Tönnies werden täglich etwa 20.000 Schweine geschlachtet und zerlegt. Tönnies besitzt – gemessen an der Zahl der geschlachteten Tiere – einen deutschen Marktanteil von 30,3 %. Weitere große Schlachthöfe sind Vion, Westfleisch und Danish Crown. Zusammengenommen bilden diese vier Unternehmen fast zwei Drittel des gesamten Marktes der deutschen Fleischverarbeitung.
Im Jahr 2019 wurden in Deutschland 59,7 Millionen Schweine, Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde geschlachtet. Einschließlich Geflügel produzierten Unternehmen fast 8 Millionen Tonnen Fleisch. In Deutschland wird deutlich mehr Fleisch produziert als konsumiert. Fast die Hälfte wird exportiert. Besonders gefragt sind deutsches Schweinefleisch, Schlachtabfälle und Geflügel. Der größte Abnehmer von deutschem Schweinefleisch ist Italien mit 17 %, gefolgt von den Niederlanden, China und Polen mit jeweils 9 %.
Im vergangenen Jahr aß jeder Mensch in Deutschland durchschnittlich etwa 59,5 Kilogramm Fleisch. Doch die Lust auf Fleisch nimmt ab, so der Ernährungsbericht 2020 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Laut dem Bericht essen noch lediglich 26 % täglich Fleisch. Im Jahr 2015 waren es 34 %.

