Europa wird diese Woche von einer hochrangigen Delegation aus China besucht. Wang Yi, der chinesische Außenminister, unternimmt eine Rundreise durch verschiedene europäische Länder, um eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit zu erreichen.
Die chinesische Delegation wird diese Woche auch Niederlande besuchen, wobei insbesondere die Wiederaufnahme des niederländischen Schweinefleisch-Exports nach China im Fokus stehen wird.
Die Chinesen möchten mehrere heikle Themen besprechen, vor allem auf dem Gebiet des strategischen Welthandels. Peking will versuchen zu verhindern, dass die EU enger mit den Vereinigten Staaten zusammenarbeitet, da dies den chinesischen Export beeinträchtigen könnte. Peking möchte weltweit nicht die dritte Geige spielen.
Promotion
China hat erkannt, dass die neue Europäische Kommission kritischer und selbstbewusster geworden ist und eine eigenständige europäische Industrie- und Handelspolitik verfolgen will. China ist nämlich abhängiger von Europa geworden, und die EU ist seit fünfzehn Jahren der größte Absatzmarkt für chinesische Produkte.
Hinzu kommt, dass auch die Vereinigten Staaten ihren eigenen Kurs verfolgen wollen, aber Präsident Trump in den letzten Jahren seine ‚guten Handelsbeziehungen mit den Chinesen‘ völlig aus den Fugen geraten ließ. In Washington gibt es immer mehr Stimmen, die eine engere Zusammenarbeit mit den Europäern befürworten, sehr zum Missfallen Pekings.
Der niederländische Fleischverarbeiter Westfort ist der erste niederländische Schlachthof, der seit dieser Woche wieder exportieren darf. Die Produzentenorganisation Varkenshouderij (POV) berichtete als erstes, dass eine chinesische Delegation in die Niederlande kommt. Bei diesem Besuch stehen die Aussetzungen der niederländischen Schlachthöfe auf der Agenda.
Ende Juni verweigerte China den Export von vier niederländischen Schlachthöfen, nämlich Van Rooi, Westfort und zwei Schlachthöfen von Vion. Das Land äußerte Bedenken wegen der hohen Anzahl von Corona-Infektionen bei den Mitarbeitern von Van Rooi und Vion sowie der Lebensmittelsicherheit an den Standorten.

