Die ukrainischen Streitkräfte haben ihren Gegenangriff deutlich intensiviert, nachdem sie zuvor verlorenes Gebiet von russischen Truppen zurückerobert hatten. Kürzlich gelang es ihnen, mehrere kleine Siedlungen in der Region Saporischschja zu befreien, wo Russland in den vergangenen Wochen darauf fokussiert war, seinen Einfluss auszubauen.
Dem Institute for the Study of War (ISW) zufolge wurde der wichtigste ukrainische Fortschritt etwa 80 Kilometer östlich der Stadt Saporischschja verzeichnet. Hier versuchte Russland seit dem Sommer 2025, seinen Einfluss zu festigen.
Neben den Fortschritten im Süden haben ukrainische Einheiten auch im Nordosten und Osten der Ukraine Gelände zurückgewonnen, vor allem rund um die Frontlinien bei Charkiw, Kostiantyniwka, Pokrowsk und Nowopawliwka. Die Ukraine setzt ihren Vormarsch fort, während russische Truppen ihre Angriffe abwehren.
Das ISW berichtet, dass die ukrainischen Gegenangriffe wahrscheinlich von jüngsten Einschränkungen für russische Truppen beim Zugang zu Starlink profitieren. Diese strategische Einschränkung dürfte die Effektivität ukrainischer Operationen erhöht haben.
Luftangriffe
Unterdessen laufen neue diplomatische Bemühungen in Genf, wo die Ukraine und Russland sich zu einer zweiten Gesprächsrunde versammeln. Diese US-amerikanische Vermittlung zielt darauf ab, Streitigkeiten bezüglich territorialer Fragen beizulegen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seine Besorgnis über den Druck geäußert, der auf sein Land ausgeübt wird, Zugeständnisse zu machen. Russland fordert, dass die Ukraine die verbleibenden 20 % der Region Donezk aufgibt.
Die Lage wird durch jüngste schwere russische Luftangriffe auf ukrainische Infrastruktur erschwert, die zu erheblichen Schäden an der Energieversorgung führten, vor allem in der Hafenstadt Odessa. Diese Angriffe haben Tausende während des Winters ohne Heizung und Wasser zurückgelassen.
Verhandlungen
Unterhändler aus der Ukraine und Russland trafen sich am Dienstag in Genf zu zweitägigen US-vermittelten Friedensgesprächen, die sich auf den zentralen Streitpunkt – das Territorium – konzentrieren werden. Der US-Präsident Donald Trump drängt Kiew zu einer schnellen Einigung.
Trump setzt Moskau und Kiew unter Druck, eine Vereinbarung zu erzielen, die den größten Krieg in Europa seit 1945 beenden soll, obwohl Selenskyj beklagt hat, dass sein Land dem größten Druck ausgesetzt ist, Zugeständnisse zu machen. Sowohl ukrainische als auch russische Verhandler bewerteten die Gespräche in der Vergangenheit als konstruktiv, doch bleibt es eine Herausforderung, konkrete Lösungen für die zugrunde liegenden Probleme, darunter Landesgrenzen und Sicherheitsgarantien, zu finden.

