Seit der Einführung des neuen Ein- und Ausreisesystems werden Reisende von außerhalb des Schengen-Raums bei der Ankunft digital registriert. Dabei werden unter anderem biometrische Daten erfasst. Nach Angaben der beteiligten Parteien nimmt diese zusätzliche Kontrolle mehr Zeit in Anspruch als der frühere manuelle Passstempel.
Flughäfen und Fluggesellschaften warnen davor, dass die Kombination aus den neuen Kontrollen und der verkehrsreichsten Reisezeit des Jahres zu erheblichen Störungen führt. Sie befürchten, dass die Probleme zunehmen werden, sobald die Zahl der Urlauber in den kommenden Wochen weiter steigt.
Flug verpassen
Die Folgen sind inzwischen für Reisende sichtbar. Lange Warteschlangen führen dazu, dass manche Passagiere ihren Flug verpassen, obwohl sie frühzeitig am Flughafen sind. Daher raten verschiedene Fluggesellschaften ihren Kunden, deutlich früher als gewohnt zum Flughafen zu kommen.
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Aus der Luftfahrtbranche wird die Forderung laut, den nationalen Zollbehörden mehr Spielraum zu geben, das neue System vorübergehend auszusetzen, wenn die Warteschlangen zu lang werden. Nach Angaben der Flughafenleitungen ist mehr Flexibilität erforderlich, um zu verhindern, dass die Situation in Spitzenzeiten völlig zum Erliegen kommt.
Vorbereitung
Die Europäische Kommission hält jedoch an der Bedeutung des neuen Systems fest. Nach Brüsseler Ansicht ist es notwendig, besser zu dokumentieren, wer die Europäische Union betritt und verlässt. Die Kommission weist darauf hin, dass die EU-Länder und ihre Flughäfen ausreichend Zeit hatten, sich auf die Einführung vorzubereiten.
Unterdessen versuchen verschiedene Länder, den Druck auf ihre Flughäfen zu verringern. So werden zusätzliche Grenzbeamte eingesetzt, um die Abfertigung der Passagiere zu beschleunigen, unter anderem in Portugal an Flughäfen auf den Azoren und an der Algarve. Dabei wird betont, dass das Sicherheitsniveau beibehalten werden muss, während der Durchfluss verbessert wird.
Mehr Personal
Dennoch dämpfen Behörden und Flughafenleitungen die Erwartungen. Zusätzliche Mitarbeiter und Anpassungen der Arbeitsweise können die Wartezeiten verkürzen, aber vollständig verschwinden werden die Warteschlangen nach ihrer Einschätzung nicht. In außergewöhnlich stark frequentierten Zeiten bleiben Verzögerungen wahrscheinlich unvermeidbar, während die Luftfahrtbranche darauf drängt, kurzfristig weitere Maßnahmen zu ergreifen, um weitere Störungen während der Urlaubssaison zu verhindern.

