Die anhaltende Dürre führt nicht nur in Wald- und Naturschutzgebieten zu immer mehr Waldbränden, sondern auch in mehreren mitteleuropäischen Ländern kommt es auf dem Land vermehrt zu Vegetationsbränden. Meteorologen sagen einen langen und trockenen Sommer voraus. Ausgetrocknete Böden führen zudem zu geringeren Ernteerträgen.
Feuerwehren im Norden von Deutschland haben inzwischen die Hilfe von lokalen Landwirten in Ostfriesland angefordert: Sie bitten Bauern um Unterstützung mit deren Geräten und Fahrzeugen. Die ersten Waldbrände haben sich bereits in den Graslandschaften Ostfrieslands ereignet. Vegetationsbrände sind nicht einfach zu löschen und stellen hohe Anforderungen an die Feuerwehren.
Zudem sind nicht alle Feuerwehrfahrzeuge geländetauglich, und die Wasserversorgung ist ein großes Problem: Meist gibt es keine Hydranten. Hier bitten die Feuerwehrleute um Unterstützung von Bauern und Lohnunternehmern. Mit ihren Landmaschinen ist ein Befahren außerhalb befestigter Straßen oft problemlos möglich, außerdem können die Güllewagen der Bauern große Wassermengen transportieren. Die Bauern können Wasser aus Pfützen, Seen und Bächen pumpen und sofort weitertransportieren, sodass die Feuerwehr es zum Löschen einsetzen kann.
In weiten Teilen der Schweiz und Österreich herrscht bereits eine historische Dürre. Das weckt auch Befürchtungen hinsichtlich der nächsten Getreideernte. Am Freitag brach die Region Genf den Rekord für die Anzahl der Tage ohne Niederschlag im Frühling seit Beginn der Messungen im Jahr 1864. Das letzte Mal, dass es dort regnete, war am 12. März.
Damit ist die Schweiz nicht weit vom absoluten Dürrerekord von einundvierzig Tagen im Winter 1896 entfernt. Das Grundwasserdefizit ist doppelt so hoch wie der Durchschnitt der letzten dreißig Jahre. Wenn es in den kommenden zwei Wochen nicht regnet, müssen Schweizer und österreichische Landwirte ihre Verluste bilanzieren.
Der Deutsche Raiffeisenverband DRV rechnet ebenfalls bereits mit niedrigeren Erträgen. Der DRV hat die Prognosen im Vergleich zum Vormonat etwas nach unten korrigiert. Auch in den polnischen Medien tauchen vermehrt Berichte über Landwirtschaftsorganisationen auf, die vor enttäuschenden Ernten und dadurch steigenden Lebensmittelpreisen warnen, da die polnischen Äcker ausgetrocknet daliegen.
In den Niederlanden wird in immer mehr landwirtschaftlichen Gebieten bereits bewässert. Die niederländische Regierung rechnet damit, dass auch in diesem Jahr aufgrund der Trockenheit Probleme auftreten werden. In einigen Teilen des Landes, insbesondere in den höheren Sandgebieten, herrscht bereits erhebliche Trockenheit.

