Für die Land- und Gartenwirtschaft in Südeuropa droht durch die anhaltende Dürre ein schwerer Sommer. In Spanien herrscht bereits Wassermangel, und in Portugal wird von der schlimmsten Dürre seit 20 Jahren gesprochen. Die italienische Regierung hat den Ausnahmezustand für fünf landwirtschaftliche Regionen im Norden des Landes ausgerufen.
In Spanien sind die Süßwasserreservoire im Durchschnitt noch etwa halb voll – der niedrigste Stand der letzten 17 Jahre, berichtete die Zeitung „La Vanguardia“. Eine Erholung wird erst im Herbst erwartet. Der Wassermangel hat jedoch bereits Auswirkungen auf Landwirtschaft und Viehzucht, die Binnenschifffahrt und den Tourismus, berichtete der spanische Fernsehsender RTVE.
In Portugal wird inzwischen von der schlimmsten Dürre der letzten 20 Jahre gesprochen, und das Land durchlebt derzeit eine der schwersten Dürrperioden aller Zeiten. 34 % des Festlands leiden unter schwerer Dürre und 66 % unter extremer Dürre.
Die Warnung, dass man sich an weniger Wasser gewöhnen müsse, gilt somit nicht nur für die Portugiesen, sondern auch für Investoren in agroindustrielle Aktivitäten und Wirtschaftssektoren. Wirtschaftszweige, die Wasser benötigen (zum Beispiel Golfplätze oder die Land- und Gartenwirtschaft), müssen in wassersparende Maßnahmen investieren. Es ist keine Wahl mehr, sondern eine Verpflichtung, so die Regierung in Lissabon.
In Italien gilt der Ausnahmezustand bis Jahresende in der Lombardei, Piemont, Emilia-Romagna, Venetien und Friaul-Julisch Venetien. Das sind die großen Agrarprovinzen. Große Seen wie der Gardasee führen deutlich weniger Wasser als normal. Der Wasserpegel im Fluss Po – dem längsten Fluss Italiens – sank an manchen Stellen auf den niedrigsten Stand der letzten 70 Jahre.
Frankreich ist einer der größten Getreideexporteure der Europäischen Union. Hitze und Dürre bedrohen derzeit jedoch die französische Ernte. Zwischen Februar und März fiel bis zu 40 % weniger Regen. Die Vorsitzende der größten Bauerngewerkschaft FNSEA, Christiane Lambert, schlägt Alarm. Neben der Dürre haben die Menschen in der südfranzösischen Region derzeit mit einer Hitzewelle zu kämpfen.

