Die europäische Bürgerinitiative „Rettet die Bienen und Bauern“ hat die erforderliche Million Unterschriften gesammelt und wird nun von Brüssel anerkannt. Die EU-Kommission betrachtet 1,054 Millionen eingereichte Unterschriften in den 27 EU-Ländern als gültig.
Vor allem in Deutschland, den Niederlanden und Belgien war die Zustimmung hoch. In Kroatien, Litauen und Griechenland hingegen wurden die Mindestschwellen nicht erreicht.
Die Bürgerinitiative fordert eine Reduktion der Verwendung chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel um mindestens 80 Prozent binnen acht Jahren. Ab 2035 soll ein Verbot für den Einsatz chemischer Mittel gelten, die für die Beeinträchtigung der Biodiversität und das Aussterben von Bienenarten verantwortlich gemacht werden.
Landwirte und Wissenschaftler haben laut den Initiatoren bereits bewiesen, dass Nahrungsmittelproduktion auch ohne chemische Mittel möglich ist. Die Gesellschaft zahle ihrer Ansicht nach einen hohen Preis für den Einsatz chemischer Mittel, etwa durch die Verschmutzung des Grundwassers.
Nach der Anerkennung hat die Europäische Kommission nun drei Monate Zeit, um eine Stellungnahme zu den Forderungen der Bürgerinitiative abzugeben. In den vergangenen Monaten haben EU-Kommissare bereits Vorschläge vorgelegt, um den Einsatz von Chemikalien in der Landwirtschaft langfristig zu halbieren.
Dagegen wehren sich vor allem viele Landwirtschaftsorganisationen. Sie argumentieren, dass ohne Pflanzenschutzmittel die Ernten deutlich kleiner ausfallen würden, was zu höheren Lebensmittelpreisen führen werde.
Die Unterzeichner der EU-weiten Petition fordern eine Förderung für Landwirte, die auf Biolandbau umsteigen möchten, ohne die Gefahr von chemischen Rückständen in Lebensmitteln.

