Die EuropĂ€ische Kommission wird bald die Halbierung des Einsatzes von Chemikalien in der Landwirtschaft in eine Ăberarbeitung der EU-Richtlinie fĂŒr risikoreiche Pflanzenschutzmittel aufnehmen.
Die EuropĂ€ische Kommission erwartet dabei UnterstĂŒtzung vom EuropĂ€ischen Parlament, rechnet jedoch auch mit Widerstand der 27 Landwirtschaftsminister. Dies sagte EU-Spitzenbeamtin Claire Bury beim Forum for the Future of Agriculture (FFA), das in den vergangenen Tagen stattfand.
WĂ€hrend der Seminarwoche hielt der niederlĂ€ndische Politikwissenschaftler Jeroen Candel (Wageningen University & Research) einen Vortrag ĂŒber mögliche Folgen der "Farm to Fork"-Strategie der EuropĂ€ischen Kommission. Es besteht der Wille, möglichst viele Elemente der "Farm to Fork"-Strategie in die laufende GAP-Reform einzubinden.
Dass der Green Deal und F2F bisher nur Strategie und noch kein Gesetz sind, stellt fĂŒr die EuropĂ€ische Kommission kein Problem dar. Die Strategie ist ohnehin eine Mischung aus freiwilligen VorschlĂ€gen und Zielen, die spĂ€ter in Gesetze gegossen werden sollen.
Indem der Agrarbereich jetzt schon grĂŒne Ziele auferlegt werden, ohne zuvor eine WirkungsprĂŒfung durchzufĂŒhren, macht die Kommission die Landwirtschaft verletzlich, so der Vorsitzende der europĂ€ischen Agrarvertretung COPA-COGECA.
Obwohl die Kommission zuvor angedeutet hatte, dass jede MaĂnahme einzeln bewertet wird, wurde keine allgemeine WirkungsprĂŒfung der ErnĂ€hrungspolitik vorbereitet. Dies wird von BrĂŒssel damit gerechtfertigt, dass die F2F-PlĂ€ne vorerst noch freiwillig sind, erklĂ€rte Pekko Pesonen.
Wie jedoch Carla Boonstra, Leiterin der Landwirtschaftsabteilung bei der StĂ€ndigen Vertretung der Niederlande bei der EU, kĂŒrzlich feststellte: Dass Ziele freiwillig sind, bedeutet nicht, dass der Sektor nicht verpflichtet ist, diese Ziele zu erreichen, berichtete Euractiv.
Die Corona-Krise macht eine nachhaltigere Lebensmittelkette in der EU nur noch notwendiger, sagte Claire Bury von der Generaldirektion Gesundheit der EU-Kommission. F2F geht nicht nur um gesĂŒndere ErnĂ€hrung und Etiketten: Die Landwirte haben in der Corona-Krise erhebliche SchĂ€den erlitten und benötigen daher finanzielle UnterstĂŒtzung aus dem EU-Agrarhaushalt fĂŒr Umstrukturierungen und wirtschaftliche Erholung, erklĂ€rte sie.

