Unterhändler der Europäischen Union und Neuseelands haben ein gemeinsames Handelsabkommen unterzeichnet. Zudem wird Neuseeland Teil des Forschungs- und Austauschprogramms Horizon Europe. Für Forschung und Innovation hat die EU Milliarden reserviert.
Bei der Unterzeichnung sagte Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, dass das Abkommen den Handel zwischen den beiden Partnern um schätzungsweise 30 Prozent steigern könnte.
Die EU-Investitionen in Neuseeland könnten sich laut Handelskommissar Valdis Dombrovskis um bis zu 80 Prozent erhöhen. Nach Angaben der EU-Staaten könnte allein der Export der EU nach Neuseeland um 4,5 Milliarden Euro pro Jahr wachsen.
Über das Handelsabkommen wurde fünf Jahre verhandelt. Das Abkommen muss noch von den EU-Staaten und dem Europäischen Parlament genehmigt werden und könnte voraussichtlich 2024 in Kraft treten.
Das Abkommen verspricht neue Chancen und wirtschaftliche Vorteile für beide Regionen. Unterdessen scheinen die zuvor festgefahrenen Verhandlungen zwischen der EU und Australien nun in einer Endphase zu sein, da in dieser Woche eine australische Handelsdelegation in Brüssel erwartet wird.
Damien O’Connor, neuseeländischer Minister für Handel und Exportwachstum, bezeichnete das Abkommen als Gelegenheit, Türen zu neuen Möglichkeiten zu öffnen. Dieses Handelsabkommen wird voraussichtlich erhebliche wirtschaftliche Vorteile bringen.
Die europäische Landwirtschafts- und Molkereiindustrie wird ebenfalls Auswirkungen dieses Abkommens spüren. Obwohl das Abkommen Vorteile für neuseeländische Agrarproduzenten bietet, machen sich europäische Landwirte und Molkereiproduzenten Sorgen um die mögliche Konkurrenz. Sie befürchten, dass billigere Importprodukte aus Neuseeland ihren Marktanteil verringern und die Preise drücken könnten.
Zur Bewältigung dieser Bedenken wurden im Abkommen Regelungen aufgenommen, um die europäische Landwirtschaft und Ernährungsbranche zu schützen.
Während ähnliche Handelsgespräche mit Australien zuvor an Uneinigkeit über den Milchsektor scheiterten, scheinen die kürzlich wieder aufgenommenen Verhandlungen nun in der Endphase zu sein. Der australische Handelsminister Don Farrell reist diese Woche nach Brüssel, um die Blockade zu durchbrechen.
Früher erklärten beide Seiten, entschlossen zu sein, eine Einigung zu erzielen, doch australische Landwirte haben ihre Regierung aufgerufen, notfalls auf ein Abkommen mit der EU zu verzichten, sollte dieses weiterhin ungünstig für sie bleiben.

