Auslöser für die europäische Kritik ist die Vorbereitung in New York der UN-Klimakonferenz, die später in diesem Jahr in Antalya, Türkei, stattfindet. Nach Angaben der Europäischen Kommission wurde Zypern zu verschiedenen vorbereitenden Treffen und Briefings nicht eingeladen. EU-Klimakommissar Wopke Hoekstra bezeichnet dies als inakzeptabel und betont, dass alle Länder der Europäischen Union gleich behandelt werden müssen.
Die Angelegenheit ist besonders sensibel, da Zypern derzeit den rotierenden Vorsitz der EU innehat. Damit vertritt es in vielen Fällen die gemeinsame Position der 27 EU-Mitgliedstaaten. Laut der Europäischen Kommission steht der Ausschluss eines EU-Mitgliedstaates im Widerspruch zur Verantwortung, die mit der Ausrichtung einer internationalen UN-Konferenz verbunden ist.
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Die Spannungen rund um den Klimagipfel berühren einen viel älteren Konflikt. Die Türkei kontrolliert seit der türkischen Invasion 1974 die nördliche Hälfte der Insel, erkennt die Republik nicht an und unterhält keine diplomatischen Beziehungen mit der Regierung in Nikosia. Die Teilung der Insel wirkt sich daher auch auf internationale Kontakte und Treffen aus.
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Gleichzeitig bleibt eine Lösung des Zypernproblems in weite Ferne gerückt. Trotz jahrzehntelanger Verhandlungen und Vermittlungsversuche wurden kaum Fortschritte erzielt. Die Gespräche konzentrieren sich derzeit vor allem auf praktische Fragen, während Verhandlungen über eine endgültige politische Lösung ausbleiben.
Neuer Führer
Die kürzliche Wahl von Tufan Erhürman zum neuen Führer der türkisch-zyprischen Gemeinschaft hatte zunächst neue Erwartungen geweckt. Vor seiner Wahl hatte er sich positiv zum UN-Rahmen für eine Lösung geäußert und wurde als versöhnlichere Figur angesehen. Seit seinem Amtsantritt ist davon jedoch wenig zu sehen. Öffentlich spricht er nicht mehr über diesen Rahmen und vermeidet sogar die Verwendung des Wortes Föderation.
UN-Gesandte
Unterdessen setzt die Sondergesandte der UN, María Ángela Holguín, ihre Bemühungen fort, die Parteien wieder näher zusammenzubringen. Diese Woche führt sie in Nikosia Gespräche mit Präsident Nikos Christodoulides und Tufan Erhürman. Anschließend reist sie weiter nach Griechenland und in die Türkei, um ihre Konsultationen fortzusetzen.
Präsident Christodoulides spricht weiterhin von einem möglichen Zeitfenster für neue Verhandlungen. Ob die neuen diplomatischen Anstrengungen tatsächlich zu Fortschritten führen, bleibt jedoch ungewiss. Vorerst überwiegt das Bild eines Konflikts, der trotz neuer Initiativen noch immer festgefahren ist.

