Freitag, 30. September 2022
Zuhause EU EU-Länder müssen mehr Abfall im eigenen Haus aufbewahren und wiederverwenden

EU-Länder müssen mehr Abfall im eigenen Haus aufbewahren und wiederverwenden

Während traditionelle Abfallexporte wie China ihre Türen für Abfälle aus EU-Ländern schließen, wenden sich die wohlhabenderen westlichen EU-Länder an die im Osten. Das Ergebnis ist ein massiver Anstieg der Verschmutzung und Umweltzerstörung in Mittel- und Osteuropa.

Im Rahmen des Grünen Deals überprüft die Europäische Kommission derzeit die Abfalltransportvorschriften, die bis 2006 zurückreichen.

Experten befürchten, dass strengere Kontrollen von Verbringungen an Empfänger außerhalb des EU zu einem Anstieg der Abfallverbringungen in andere Mitgliedstaaten innerhalb des EU führen könnten.

„Der EU erzeugt zu viel Abfall und kann damit nicht umgehen. Daher wird dieser Abfall in Länder mit niedrigeren Löhnen und schwächerem Umweltschutz wie die Türkei, Malaysia oder Indonesien verschifft“, sagte Pierre Condamine von Zero Waste Europe gegenüber Emerging Europe.

Nach Angaben der Europäischen Kommission exportierte das EU allein im Jahr 2019 1,5 Millionen Tonnen Plastikmüll, hauptsächlich in die Türkei, Malaysia, Indonesien, Vietnam, Indien und China. Da diese Exporte aber mittlerweile begrenzt sind, besteht die Befürchtung, in Länder mit niedrigeren Löhnen wie Polen, Bulgarien oder Rumänien zu exportieren. Abfallströme, die bisher nach Südostasien gingen, gehen nun nach Mittel- und Osteuropa.

Ab diesem Jahr gelten drei neue Beschränkungen für die Ausfuhr von Abfällen außerhalb des EU, insbesondere für einige Kunststoffe. Infolgedessen haben mehrere EU-Mitglieder in der CEE-Region einen Anstieg der Einstreuimporte erlebt.

Obwohl dies technisch legal ist, wurde festgestellt, dass Sendungen, die als "recycelbar" gekennzeichnet sind, nicht recycelbaren Abfall enthalten – ein Service, für den einige Unternehmen bereit sind, hohe Gebühren zu zahlen und manchmal mit Gruppen der organisierten Kriminalität zusammenzuarbeiten.

In Rumänien ist das Problem besonders akut. Die Grenzpolizei in der rumänischen Hafenstadt Constanţa (am Schwarzen Meer) fand im April mehrere Container mit illegal importierten Abfällen. In den Unterlagen der Sendung hieß es, dass sie nur recycelbaren Kunststoff enthielt, aber auch Holz, Metall und gefährliche Abfälle wie Batterien. Es stellte sich heraus, dass die Container in Deutschland von einem belgischen Unternehmen gestapelt worden waren.

Auch Polen, das nach der Türkei und Malaysia bereits die drittgrößte Abfallmenge aus Großbritannien erhält, hat unter einem Anstieg der Verschiffungen des EU zu leiden.

Während Österreich, Deutschland und Italien vorgeworfen wird, nicht genug gegen illegale Exporte nach Polen unternommen zu haben, stammten 2019 70 Prozent des Abfalls nach Polen aus Deutschland.

Ebenfalls im Jahr 2019 verhaftete die Polizei in Krakau, Katowice und Tschenstochau 15 Personen, denen vorgeworfen wurde, Teil der „Müllmafia“ zu sein, nachdem in und um die drei Städte 2.452 Tonnen illegal gelagerter Müll gefunden wurden. Sie hatten für ihre Dienste zwei Millionen Euro verlangt und zeigten, wie lukrativ die Abfallwirtschaft sein kann.

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