Die Genossenschaft Natuurrijk Limburg war 2019 der größte niederländische Empfänger von EU-Landwirtschaftsgeldern mit 6,5 Millionen Euro aus der GAP-Förderung. An zweiter Stelle steht die Erzeugergenossenschaft Nova Fresh mit 6,3 Millionen Euro.
Die Top 50 der Direktempfänger von Subventionen umfasst neben vielen agrarischen Institutionen auch dezentrale Behörden wie Wasserverbände. In der Liste von 2018 stand das Hoogheemraadschap Hollands Noorderkwartier mit einer insgesamt ausgezahlten Summe von 15,7 Millionen Euro an erster Stelle.
Die Liste der großen Empfänger von Landwirtschaftssubventionen wurde vom Thinktank CEPS in Brüssel zusammengestellt. Dies war eine große Aufgabe: Aufgrund der Fragmentierung sind die 6 Millionen Empfänger von EU-Landwirtschaftsförderungen in fast 300 Datenbanken in 27 Mitgliedstaaten verzeichnet. Viele EU-Länder möchten diese Daten nicht öffentlich machen.
In mehreren osteuropäischen Ländern geht der überwiegende Teil der GAP-Millionen an nur wenige große Unternehmen, da diese an die Fläche des Agrarlandes gebunden sind. Landwirtschaftskommissar Janusz Wojciechowski ist der Ansicht, dass mehr Geld für kleine (Familien-)Betriebe bereitgestellt werden sollte.
Die CEPS-Übersicht betrifft nicht nur Agrarsubventionen, sondern auch andere wirtschaftliche Fördermaßnahmen wie den ESF und die Kohäsionsfonds. Die Endempfänger europäischer Fördermittel sowohl aus der Gemeinsamen Agrarpolitik (2018 und 2019) als auch aus der Kohäsionspolitik (2014 bis 2020) sind damit nun erfasst.
In Niederlanden fällt auf, dass die Familie Fentener van Vlissingen die Liste der Kohäsionsgelder mit 3,3 Millionen Euro als Eigentümer von Trouw Nutrition anführt, berichtet die Fachzeitschrift Binnenlands Bestuur. Die Familie Van der Leegte (vom Autobauer VDL) liegt mit 1,3 Millionen Euro auf Platz zwei. Hilde Umdasch erhält 1 Million Euro.
Bei den Landwirtschaftsgeldern erhält Henda Flowers, ein großer Chrysanthemenzüchter, das meiste Geld, 600.000 Euro im Jahr 2018. 2019 führen W. und J. Schutte mit 800.000 Euro die Liste an. Die Königlich Gesellschaft Wilhelminapolder belegt 2018 und 2019 jeweils den zweiten Platz mit über 500.000 Euro.
Damit sind die niederländischen Endbegünstigten allerdings bescheiden. In einigen anderen EU-Ländern, wie Polen und Deutschland gibt es Endbegünstigte mit mehreren zehn Millionen Euro.

