Dadurch können mehr typisch britische Lebensmittel schneller von den britischen und EU-Zollbehörden abgefertigt werden, was die Versorgung der Geschäfte verbessert. Diese stockt seit dem Brexit der Briten aus der EU.
Da sowohl Großbritannien als auch EU-Mitgliedstaat Irland verhindern wollten, dass es eine neue „harte“ Grenze zwischen Irland und der britischen Provinz Nordirland gibt, wurde beschlossen, nach dem Brexit die EU-Zollgrenze in der Irischen See zu verlegen, zwischen Irland und England. Damit lag Nordirland aber innerhalb des europäischen Rechtsgebiets.
Letzteres wurde von fanatisch pro-britischen Politikern in Nordirland als verwerflicher erster Schritt in Richtung eines von London angestrebten „Loslassens“ ihres Überseegebiets bewertet. Im britischen Parlament in London sind die Tories (die Konservative Partei) für ihre Mehrheit auf diese pro-britische nordirische Partei angewiesen.
Wegen der politischen Uneinigkeit über die Brexit-Thematik liegt auch die nordirische Provinzregierung (in Stormont) seit mehr als einem Jahr still. Die EU war bereit, bei der Lockerung der Zollregeln für Nordirland mitzuwirken, sofern dadurch keine neue Schmuggelroute oder Steuerhinterziehung entsteht.
Nun werden spezielle Exportformulare und Scan-Codes für „englische Endverbraucher“ in Nordirland eingeführt. Damit wird die Lieferung von Waren aus dem VK nach Nordirland erleichtert. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der britische Premierminister Rishi Sunak haben am Montag dem sogenannten Nordirland-Protokoll nun das Windsor-Abkommen hinzugefügt.
Von der Leyen erklärte, dass englische Lebensmittel den Verbrauchern in Nordirland nicht vorenthalten werden dürfen, dass jedoch für Lieferungen in EU-Länder weiterhin die EU-Regeln verbindlich bleiben. In der Praxis werden die Grenzkontrollen in der Irischen See für registrierte Lebensmittelexporte mit dem Label „Nur Nordirland“ abgeschafft.

