Die Prüfer stellen fest, dass die tatsächlichen Emissionen konventioneller Fahrzeuge – die immer noch fast drei Viertel der Neuwagen ausmachen – nicht gesunken sind. In den letzten zehn Jahren blieben die Emissionen von Dieselautos unverändert, während jene von Benzinautos nur geringfügig zurückgingen (–4,6 %). Der technologische Fortschritt bei der Effizienz von Motoren wird durch schwerere Fahrzeuge (durchschnittlich etwa +10 %) und stärkere Motoren (durchschnittlich +25 %) neutralisiert.
Elektrofahrzeuge können der EU helfen, einen emissionsfreien Fahrzeugbestand aufzubauen. Die EU-Prüfer warnen jedoch, dass die Anstrengungen in diesem Bereich verstärkt werden müssen. Nach Ansicht der EU-Prüfer sind lediglich Elektrofahrzeuge für den Rückgang der durchschnittlichen CO₂-Emissionen auf der Straße in den vergangenen Jahren verantwortlich.
„Die grüne Revolution der EU kann nur stattfinden, wenn es deutlich weniger umweltschädliche Fahrzeuge gibt – doch das ist eine enorme Herausforderung. Eine spürbare Reduktion der CO2-Emissionen von Autos wird nicht erreicht, solange der Verbrennungsmotor die Norm ist. Gleichzeitig ist die Umstellung des EU-Fahrzeugbestands auf einen vollständig elektrischen Fuhrpark ein gewaltiges Unterfangen“, so der Rechnungshof.
Dem EuRH zufolge ist eine erste Hürde der Zugang zu Rohstoffen, um genügend Batterien produzieren zu können. Bereits zuvor hatten die EU-Prüfer ihre Besorgnis über die unzureichende Ladeinfrastruktur geäußert: 70 % aller Ladestationen befinden sich nur in drei Ländern (Niederlande, Frankreich und Deutschland). In den übrigen EU-Ländern kommt die Errichtung von Ladestationen erst seit Kurzem etwas in Gang.
Obwohl es der EU in den vergangenen dreißig Jahren gelungen ist, die Treibhausgasemissionen in vielen Bereichen zu reduzieren, ist der CO2-Ausstoß im Verkehrssektor stetig gestiegen. Im Jahr 2021 war dieser Sektor für fast ein Viertel der gesamten Treibhausgasemissionen in der EU verantwortlich, wobei mehr als die Hälfte davon auf Pkw entfiel.

