Apple wird vorgeworfen, App-Entwicklern eingeschränkte Möglichkeiten zu bieten, Kunden über günstigere Angebote außerhalb des App Store zu informieren. Dadurch behindere Apple fairen Wettbewerb und schade den Interessen der Verbraucher, so die Entscheidung der Europäischen Kommission. Die Geldstrafe beträgt 500 Millionen Euro.
Meta wurde ein Bußgeld von 200 Millionen Euro wegen seines "pay or consent"-Modells auferlegt. Dabei mussten Nutzer wählen, ob sie ihre persönlichen Daten für personalisierte Werbung teilen oder für werbefreien Zugang zu Facebook und Instagram zahlen wollen. Die Kommission befand, dass dieses Modell die freie Wahl der Nutzer unter Druck setzte.
Sowohl Apple als auch Meta haben angekündigt, gegen die verhängten Bußgelder Berufung einzulegen. Apple erklärt, die Kommission stelle unangemessene Forderungen, und das Unternehmen habe bereits erhebliche Anstrengungen unternommen, um die Gesetze einzuhalten. Meta wirft der EU vor, amerikanische Firmen zugunsten europäischer und chinesischer Wettbewerber zu benachteiligen.
Die Europäische Kommission hat beiden Unternehmen eine Frist von 60 Tagen gesetzt, um ihre Praktiken anzupassen. Falls sie dem nicht nachkommen, drohen weitere Bußgelder. Die Kommission untersucht derzeit auch ein neues Werbemodell von Meta, das im November 2024 eingeführt wurde.
Das Digital Markets Act (DMA) ist ein europäisches Gesetz, das große digitale Plattformen verpflichtet, fairen Wettbewerb zu gewährleisten und den Verbrauchern mehr Auswahl zu bieten. Seit Beginn seiner Einführung stößt dieses Gesetz auf Widerstand großer Tech-Unternehmen, die die Regeln als zu streng und marktdisturbierend bezeichnen. Das Digital Markets Act soll die Macht großer Technologieunternehmen beschränken und fairen Wettbewerb fördern.
Brüssel hat bereits zuvor Millionengelderstrafen gegen Tech-Unternehmen wie Meta, Apple und Google verhängt. Es wurde erwartet, dass neue Bußgelder vorübergehend ausgesetzt werden aufgrund der Drohung eines Handelskriegs mit den Vereinigten Staaten, doch die Europäische Kommission hat dennoch mit neuen Sanktionen fortgefahren.
EU-Beamte forschen schon seit Langem zu möglichen Verstößen großer Technologieunternehmen. Bislang wurden die zuvor verhängten Bußgelder noch nicht eingetrieben, da Berufungsverfahren noch laufen. Die Ergebnisse dieser Verfahren sind noch nicht bekannt.

