Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan führt am Montag in Brüssel Gespräche mit der EU über die Migrantenkrise an der türkisch-griechischen Grenze. Zudem strebt Erdogan eine grundlegende Veränderung der Beziehungen zwischen der EU und Türkei an.
Erdogan sagte am Freitag gegenüber der deutschen Bundeskanzlerin Merkel, dass das sogenannte Türkei-Abkommen zur Flüchtlingsproblematik nicht mehr funktioniere und überarbeitet werden müsse.
Vor etwas mehr als einer Woche öffnete Erdogan die Grenze zwischen seinem Land und der EU für Flüchtlinge. Damit will er die EU unter Druck setzen, sich auf seine Seite im Syrien-Konflikt zu stellen. Dort unterstützt die Türkei syrische Rebellen, während die EU-Länder andere Gruppen unterstützen und Russland den syrischen Präsidenten Assad unterstützt. Die pro-türkischen Rebellen drohen in Idlib ihre letzte Bastion zu verlieren, womit auch die Türkei den Zugang zum Norden Syriens zu verlieren droht.
Griechenland und Bulgarien halten derzeit noch Zehntausende Migranten auf türkischem Gebiet zurück. Erdogan sagt jedoch, dass er verhindert, dass Flüchtlinge mit Booten zu den griechischen Inseln gelangen. Seine Politik bleibt jedoch, dass die Überquerung von Flüchtlingen auf dem Landweg in Richtung Europäische Union nicht behindert wird.
Im Grenzgebiet zwischen beiden Ländern entstanden chaotische Zustände durch die türkische Entscheidung, keine Migranten mehr zurückzuhalten, die nach Europa gelangen wollen. Die griechische Polizei versucht, die Flüchtlinge aufzuhalten und setzt dabei unter anderem Tränengas ein.
Auch am Samstag kam es wieder zu Zusammenstößen zwischen den Ordnungskräften und Migranten, die die Grenze überschreiten wollen. Quellen aus der griechischen Regierung sagten Anfang dieser Woche, dass innerhalb weniger Tage bereits rund 35.000 Menschen aufgehalten wurden, die die Grenze illegal überqueren wollten.
Griechenland plant, zwei neue temporäre Flüchtlingslager auf dem griechischen Festland zu errichten. Die Griechen wollen zwei geschlossene Zentren in der nördlichen Region Serres und in einem Gebiet nahe Athen bauen. Diese sollen zur Entlastung der griechischen Inseln dienen, auf denen in der vergangenen Woche etwa 1700 neue Flüchtlinge angekommen sind.

