Die Europäische Kommission möchte die Kohlenstoffspeicherung zu einem neuen landwirtschaftlichen Geschäftsmodell entwickeln. Die Speicherung von CO2 in Agrarböden wird Teil der verschärften Klimapolitik, die Vizepräsident Frans Timmermans diese Woche in Brüssel bekannt gab.
Das sogenannte Carbon Farming wird ein neues Geschäftsmodell, bei dem Handel und Rechte an Kohlenstoffspeicherung gekauft und verkauft werden können. Anfang dieses Jahres kündigte der neue US-Präsident Joe Biden an, dass die Kohlenstoffspeicherung der wichtigste Bestandteil seiner neuen Agrarpolitik werden soll.
Bei der Vorstellung sagte Biden, dass die amerikanische Landwirtschaft die erste weltweit sein sollte, die die Emission von Treibhausgasen netto auf null reduzieren kann. Durch die Bezahlung der Landwirte fĂĽr die Aufnahme und Bindung von Kohlenstoff im Boden werde ein neues Einkommensmodell geschaffen, so die Aussage.
Nach Angaben von Umweltkommissar Timmermans muss sich Europa viel konkreter gegen die unvermeidbaren Folgen des Klimawandels wie Hitze, Stürme und Trockenheit wappnen. Extreme Wettersituationen verursachen bereits jetzt Schäden in Milliardenhöhe: laut Timmermans 12 Milliarden Euro pro Jahr.
Wenn die Erderwärmung nicht – wie derzeit geplant – unter zwei Grad gestoppt wird, würde Trockenheit doppelt so häufig auftreten und der Schaden durch Trockenheit auf 40 Milliarden Euro steigen.
Vor zwei Wochen gab die Rabobank bekannt, eine neue Abteilung zu gründen, die Carbon Bank (Kohlenstoffbank). In diesem neuen Geschäftsbereich können Kunden CO2-Rechte kaufen oder verkaufen. Die Ökonomin Barbara Baarsma wird das Unternehmensteil leiten.
Bei der Carbon Bank ist nicht Geld, sondern Kohlenstoff die Währung. In dem Projekt bringen Landwirte und Unternehmen Angebot und Nachfrage von CO2-Speicherung zusammen.

