Europäische Fischer machen sich große Sorgen über die Auswirkungen der „gigantischen Ausweitung von Windparks in der Nordsee und angrenzenden Gewässern.
Fischereiorganisationen aus Belgien, Frankreich, Portugal, Dänemark, Deutschland, Schweden und den Niederlanden haben auf Initiative der Aktionsgruppe EMK einen dringenden Brief an die Europaabgeordneten geschickt.
Die Aktionsgruppe ist der Ansicht, dass die Einrichtung von Naturschutzgebieten als Ausgleich für die Windparks Schäden an Umwelt und Fischerei nicht verhindern kann. Sie weist zudem auf weitere „ernsthafte Bedrohungen“ für Umwelt und Fischerei hin, wie etwa Lärm bei der Errichtung von Windturbinen, der das Gehör von Fischen und Meeressäugern schädigen kann.
Auch das Verlegen von Unterwasserstromkabeln für die Windanlagen kann die Migration von Fischen sowie von Schalen- und Schalentiere beeinträchtigen. Die Aktionsgruppe befürchtet außerdem Arbeitsplatzverluste in der Fischerei, falls die Fischpopulation durch die Errichtung der Windparks zu verschwinden droht.
Der Aktionsgruppe zufolge ist die Energiebranche „besonders zu tadeln“, da viele Windparks an Standorten errichtet wurden und werden, die als Laichgebiete bekannt sind. Zudem seien nach Ansicht der Gruppe die erforderlichen Umweltverträglichkeitsprüfungen (sogenannte UVP) nicht durchgeführt worden, wodurch die Windparks nicht den geltenden europäischen Vorschriften entsprechen.
Um weitere Schäden zu vermeiden, fordert die Aktionsgruppe unter anderem ein Verbot des geplanten Baus von Windparks, mehr Forschung, mehr Mitbestimmung in der Angelegenheit sowie den Schutz der Fischpopulation in der Nordsee.
Die niederländischen Fischereiorganisationen VisNed und die Nederlandse Vissersbond unterstützen den Protestbrief. Auch portugiesische, französische, belgische, deutsche, dänische und schwedische Fischereiorganisationen haben den Brief unterzeichnet.
Die Nederlandse WindEnergie Associatie (NWEA), der Branchenverband der Windkraftbranche, teilt in einer Stellungnahme mit, dass das Wirtschaftsministerium die UVP-Berichte durchführt. Darüber hinaus würden die Berichte „kontinuierlich auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren“, so der Verband.

