Die niederländische Transportorganisation Transport en Logistiek Nederland (TLN) fordert eine europaweite, schrittweise Aufhebung der derzeitigen Transportbeschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie. Dies sei die einzige Möglichkeit, unnötige Probleme zu vermeiden und den grenzüberschreitenden Güterverkehr zu gewährleisten, kündigte TLN nun an.
Zu Beginn dieses Jahres, als die Corona-Krise in Europa ausbrach, schlossen mehrere EU-Mitgliedstaaten Grenzübergänge oder führten Zollkontrollen wieder ein, andere wiederum nicht oder anders. Dadurch entstand im internationalen Güterverkehr ein großes Chaos an den Grenzübergängen.
Die niederländische Verkehrsministerin Cora van Nieuwenhuizen unterstützt die Forderungen des niederländischen Verkehrsverbands. „Derzeit gibt es fast überall in Europa vorübergehende Ausnahmen für Lkw-Fahrer“, schrieb TLN in einer Mitteilung. Wenn die EU-Länder diese Regeln nun jeweils einzeln aufheben, werde dies zwangsläufig zu Problemen führen, ohne vorherige Koordination zwischen den europäischen Staaten.
TLN nennt das Beispiel eines französischen Lkw-Fahrers, der eine Lieferung aus Frankreich nach Niederlande bringen muss. Wenn er sich an die derzeit in Frankreich geltenden Ausnahmeregelungen für Fahr- und Ruhezeiten hält, könnte er in Belgien eine Geldstrafe zahlen müssen, da Belgien strengere Vorschriften als Frankreich hat.
Ein weiteres Beispiel nennt TLN mit der aktuellen Möglichkeit für Lkw-Fahrer, mit einem abgelaufenen Führerschein zu fahren. Die Aufhebung dieser Ausnahme müsse in der EU gleichzeitig geregelt werden, um Probleme im internationalen Transport zu vermeiden. Zusammen mit anderen europäischen Transportorganisationen ruft TLN daher die EU-Länder dazu auf, gut miteinander abzustimmen, wie die Ausnahmeregelungen für den Güterverkehr auf der Straße schrittweise aufgehoben werden.
Die europäischen Dachorganisationen der Transport- und Logistikbranche begrüßen den Fahrplan der Europäischen Kommission für die schrittweise Abschaffung der Corona-Maßnahmen. Dies müsse jedoch in diesen Ländern gleichzeitig geschehen, betonen die Speditionsvereinigung Clecat, die European Express Association (EER) und der Europäische Verladerrat (ESC) in einem gemeinsamen Schreiben.

