Die derzeitige Situation wirft laut den EU-Forschern die Frage auf, ob die aktuellen Standards überhaupt angemessen sind.
Jedes Jahr werden mehrere zehn Millionen Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Geflügel und Pferde transportiert, um gezüchtet, gemästet oder geschlachtet zu werden. Nach Angaben der Rechnungsprüfer liegt das daran, dass Viehhändler versuchen, die Preisunterschiede zwischen den EU-Mitgliedsstaaten auszunutzen, um Gewinne zu erzielen.
In einer am Montag veröffentlichten Analyse beleuchten die EU-Prüfer Trends im Bereich des Tiertransports. Sie weisen darauf hin, dass die Viehzucht nicht gleichmäßig über die EU-Länder und -Regionen verteilt ist, und dass Landwirte häufig auf eine Tierart oder Produktionsphase spezialisiert sind. Außerdem gibt es immer weniger Bauernhöfe und Schlachthöfe, die aber größer werden.
„Die EU-Gesetzgebung zum Transport von Tieren wird von den Mitgliedsstaaten nicht einheitlich durchgesetzt, und es besteht das Risiko, dass Transporteure die Schlupflöcher nutzen, die sich aus den unterschiedlichen nationalen Sanktionssystemen ergeben“, so Eva Lindström, das Mitglied des Rechnungshofs, das die Untersuchung leitete.
Es besteht die Gefahr, dass Transporteure längere Routen wählen, um Länder mit strenger Durchsetzung der EU-Vorschriften zu umgehen. Die Prüfer betonen, dass die negativen Folgen durch eine Reduzierung der Anzahl der Transporte und deren Dauer begrenzt werden können.
Sie verweisen auch auf Alternativen zum Transport lebender Tiere. In einigen Fällen könnte die Schlachtung näher am Produktionsort erfolgen: Durch den Einsatz von lokalen und mobilen Schlachtanlagen würde der Tiertransport teilweise überflüssig und zudem umweltfreundlicher.
Auch die Verbraucher spielen eine wichtige Rolle bei der Initiierung von Veränderungen. So zeigt eine Umfrage, dass einige bereit sind, mehr für Fleisch zu bezahlen, allerdings nur, wenn sie wissen, dass die Tiere ein gutes Leben hatten. Nach Ansicht der Prüfer würden Verbraucher informiertere Kaufentscheidungen treffen, wenn sie besser über dieses Thema aufgeklärt würden. Dies könnte durch die Einführung eines EU-weiten Labelsystems für Tierschutz erfolgen.

