Bei einer gemeinsamen Operation von Interpol und Europol gegen Betrug im Milch- und Fleischhandel sowie gegen gefĂ€hrliche medizinische Produkte wurden bisher mehr als 12.000 Tonnen Waren beschlagnahmt und ĂŒber vierhundert BetrĂŒger und Kriminelle festgenommen.
In ganz Europa wurden in den vergangenen Monaten unter anderem Chargen von verdÀchtigem Pferdefleisch sowie scheinbar gefÀlschte PferdepÀsse in mehreren Schlachthöfen in der gesamten EU, darunter auch in Niederlande, beschlagnahmt.
Betrug mit Pferdefleisch bezeichnet Europol als einen âgefĂ€hrlichen kriminellen Trendâ. Deshalb widmeten die Ermittlungsbehörden diesem Bereich ein eigenes Projekt im Rahmen der internationalen OPSON-Operation. Niederlande, Belgien und Irland waren hierbei federfĂŒhrend mit UnterstĂŒtzung der EuropĂ€ischen Kommission. Es wurden Dokumente von mehr als 157.000 Pferden aus acht LĂ€ndern sowie rund 117 Tonnen Pferdefleisch ĂŒberprĂŒft.
Infolgedessen wurden mehr als 17 Tonnen Pferdefleisch aus verschiedenen Schlachthöfen in Belgien, Irland, Italien, Spanien und den Niederlanden beschlagnahmt. Inspektionen in Schlachthöfen in mehreren LĂ€ndern zeigten, dass etwa 20 % der auslĂ€ndischen PĂ€sse, die fĂŒr diese Pferde genutzt wurden, Anzeichen von FĂ€lschungen aufwiesen.
In Zusammenarbeit mit (Lebensmittel-)Behörden aus 83 LĂ€ndern, europĂ€ischen Institutionen und privaten Akteuren fĂŒhrten Europol und Interpol 26.000 Kontrollen durch, um LebensmittelfĂ€lschungen aufzudecken. Dies fĂŒhrte zur Beschlagnahmung von 12.000 Tonnen illegaler und schĂ€dlicher Lebensmittel im Wert von 28 Millionen Euro.
Fast die HĂ€lfte der konfiszierten Produkte, 5.000 Tonnen, waren tierische Erzeugnisse (Milchprodukte und Fleisch), gefolgt von alkoholischen GetrĂ€nken, vor allem Wein (2.000 Tonnen), Getreideprodukten sowie daraus hergestellten Waren wie Olivenöl, Kaffee, Tee und GewĂŒrzen.
Die Entwicklung, dass immer mehr Menschen Produkte, auch Lebensmittel, online kaufen, stellt ein Risiko dar. Potenziell gefĂ€hrliche Lebensmittel könnten darunter sein, erklĂ€ren Europol und Interpol. Auch die Corona-Pandemie könne dazu fĂŒhren, dass vermehrt Lebensmittel von niedriger QualitĂ€t in Umlauf kĂ€men, warnen die Ermittlungsbehörden. Dies belegt auch ein Bericht, den Europol im April veröffentlichte.
Die Ermittlungen fĂŒhrten auĂerdem zur Entdeckung von 320 Tonnen geschmuggelter und minderwertiger Milchprodukte. Nationale Behörden beschlagnahmten zudem verdorbene Milch und KĂ€se, die eine Gefahr fĂŒr die öffentliche Gesundheit darstellten. Eine bulgarische Untersuchung in einem nicht registrierten Lager fĂŒhrte zu sieben positiven Proben auf StĂ€rke und E. coli. Die Bulgaren entdeckten 3,6 Tonnen unsichere Milchprodukte, die zur Weiterverarbeitung in SchmelzkĂ€se vorgesehen waren.
Unter Leitung Griechenlands spĂŒrten mehrere LĂ€nder 149 Tonnen manipuliertes Olivenöl auf. 88 Tonnen wurden in Albanien, Kroatien, Frankreich, Griechenland, Italien, Jordanien, Litauen, Portugal und Spanien abgefangen. Bei einem Unternehmen in Italien wurde entdeckt, dass nicht die gesamte produzierte Menge Olivenöl in den BĂŒchern des Betriebs erfasst war. Dies fĂŒhrte zur Beschlagnahmung von 66 Tonnen Olivenöl.

