Die spanischen Kriminellen hatten einen komplexen Plan ausgearbeitet, an dem verschiedene Unternehmen beteiligt waren, die vom Verkauf fiktiver Eigentumsrechte an Antragsteller von Subventionen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GLG) profitierten.
Die Festnahmen erfolgten in Córdoba, Sevilla, Écija und Jerez de la Frontera durch die Steuerabteilung der spanischen Nationalpolizei.
Nach Angaben der Europäischen Staatsanwaltschaft sorgte das kriminelle Netzwerk für gefälschte Eigentumsnachweise und gefälschte Mietverträge, mit denen spanische Landwirte für größere Flächen höhere Subventionen beantragen konnten. So erfüllten sie auch die vom GLG geforderten Hektar-Schwellenwerte.
Die tatsächlichen Eigentümer des Landes wussten nicht, dass ihre Flächen auf betrügerische Weise von Dritten genutzt wurden, um EU-Mittel zu beantragen. Die betreffenden Personen sollen verschiedene Straftaten wie Subventionsbetrug und Urkundenfälschung begangen haben, wodurch der EU-Haushalt schätzungsweise um 3 Millionen Euro geschädigt wurde.
Die EU-Staaten sind selbst verantwortlich für die Verwaltung verschiedener europäischer Vorschriften und Richtlinien, inklusive deren Einhaltung und Kontrolle. In Niederlande wurden kürzlich Ermittlungen eingeleitet, weil Landwirte europäische Subventionen für Naturschutzmaßnahmen auf Grundstücksstreifen und Flächen beantragten, die nicht ihnen gehörten und für die sie auch keine Verträge mit den Eigentümern vorlegen konnten.
Die Ermittlungen in Spanien begannen im vergangenen Jahr, nachdem ein Kriminalbericht der Regionalregierung Kataloniens an die EOM weitergeleitet wurde. Die EOM ist die unabhängige Staatsanwaltschaft der Europäischen Union und erst seit kurzem tätig. Sie ist zuständig für die Untersuchung, Verfolgung und gerichtliche Ahndung von Straftaten, die die finanziellen Interessen der EU schädigen.

