Finnland wird die EU bitten, die Jagd auf Gänse wieder zuzulassen. Finnland möchte, dass die Gans in eine andere Anlage der Vogelschutzrichtlinie aufgenommen wird, sodass in bestimmten Fällen wieder gejagt werden darf.
Die finnische Regierung folgt damit einem Aufruf der landwirtschaftlichen Verbände von sechs Ostseeländern. Die Vorsitzenden der finnischen, schwedischen, dänischen, estnischen, lettischen und litauischen Organisationen schrieben am Freitag an die EU-Umweltkommissarin sowie an die skandinavischen und baltischen Minister.
Sie fordern eine Änderung des Status der Gans sowohl in der EU-Vogelschutzrichtlinie als auch im Berner Übereinkommen. Dadurch soll die Jagd wieder ermöglicht werden. Der jährliche Zug von Schwänen, Gänsen und vielen Vogelarten aus dem kalten Arktisgebiet in den wärmeren Süden verursacht jedes Jahr erhebliche Schäden auf landwirtschaftlichen Wiesen, Feldern und Ackerflächen.
Die Organisationen fordern die Europäische Kommission und ihre Ministerien auf, schnell einzugreifen, um die ständig zunehmenden Schäden zu bekämpfen. Die Zahl der Gänse hat sich zwischen den 1980er Jahren und 2010 verfünffacht. Im Jahr 2023 wird die Population bereits auf 2,4 Millionen Vögel geschätzt und soll voraussichtlich stark weiterwachsen. Laut den Organisationen belaufen sich die Schäden pro Land üblicherweise auf mehrere Millionen Euro pro Jahr, bis zu Zehntausenden Euro pro Bauernhof.
Auch niederländische Landwirte können durch die Meldung von Wildschäden eine finanzielle Entschädigung erhalten. Die Gänse kahlfressen auf den Watteninseln sowie in Groningen, Friesland und dem Norden Nordhollands viele Grasflächen. Insgesamt zahlte Niederlande im vergangenen Jahr 31,6 Millionen Euro an Ausgleichszahlungen für Wildschäden, sechs Millionen mehr als im Vorjahr.

