Letzte Woche veröffentlichten europäische Tierschutzorganisationen Videoaufnahmen vom teils groben Abladen von Lastwagen mit irischen Kälbern. Diese Organisationen tun dies jährlich.
Die Kälber aus Irland müssen nach dem Seetransport zunächst in Cherbourg ruhen und gefüttert werden, bevor sie per Lastwagen weitertransportiert werden dürfen. Der französische Zoll und die Veterinärbehörden überwachen die Einhaltung solcher EU-Vorschriften.
Die irische Agrartageszeitung Agriland berichtet, dass irische Händler feststellen, dass die Nachfrage aus den EU-Ländern in den vergangenen Tagen nahezu eingestellt wurde, offenbar um die jährlich verschärften Kontrollen zu umgehen.
Die Irish Cooperative Organisation Society (ICOS) hat den Viehhändlern geraten, "eng mit ihren Märkten zusammenzuarbeiten. Dadurch kann es notwendig werden, die Kälber etwas länger als gewöhnlich zurückzuhalten", so ICOS. Am Freitagabend hat das irische Landwirtschaftsministerium (DAFM) eine E-Mail an Kälberexporteure verschickt, in der steht, dass die Aufnahmeeinrichtung in Cherbourg mit sofortiger Wirkung ausgesetzt wurde.
Alle irischen Kälber, die über den Hafen von Cherbourg aufs europäische Festland reisen, passieren eine der beiden Kontrollstationen in der Nähe von Cherbourg. Sobald die Kälber das Schiff verlassen, gehen sie direkt zu einer dieser beiden Kontrollposten, die als Futterstationen für die Kälber fungieren, wo sie anschließend gefüttert werden und etwa 12 Stunden ruhen.
Dies ist der dritte Rückschlag, den der Transport irischer Kälber aufs europäische Festland in diesem Jahr erlitten hat. Stürmische Wetterbedingungen und ein Streik in Frankreich führten ebenfalls dazu, dass in den vergangenen drei Wochen mehrere Viehfährfahrten abgesagt werden mussten.

