Frankreich wird bald zwei Impfstoffe gegen Vogelgrippe testen. Dies wurde nach dem 62. Ausbruch der Vogelgrippe, diesmal auf einer Entenfarm im Süden des Landes, bekanntgegeben.
Nach Angaben des französischen Landwirtschaftsministers Julien Normandie ist Impfen langfristig das einzige wirkliche Mittel gegen die immer wiederkehrende Tierkrankheit. Bereits diese Woche führt Normandie Gespräche mit dem Geflügelsektor über die ersten Versuche.
Es ist noch nicht bekannt, wann die Franzosen damit beginnen wollen. Seiner Ansicht nach muss die Verwendung des Impfstoffs kein Tabu sein, da es keine alternativen Lösungen für die langfristige Bekämpfung gibt.
Außerdem beabsichtigt Normandie, seine europäischen Amtskollegen davon zu überzeugen, diese französische Impfung in der gesamten EU zu standardisieren. Am kommenden Montag kommen die Landwirtschaftsminister der 27 EU-Länder in Brüssel zusammen. Dieses Treffen wird erstmals von Minister Normandie selbst geleitet, da Frankreich in der ersten Hälfte des Jahres 2022 den Vorsitz der EU innehat.
Ende November wurden die ersten erkrankten Tiere in Frankreich, ganz in der Nähe der belgischen Grenze, entdeckt, und am 16. Dezember wurde der erste Ausbruch in einer Entenmastanlage im Département Gers registriert.
Die aktuelle Grippewelle ist die vierte epidemische Welle, die das Land seit 2015 trifft. Im letzten Jahr gab es fast 500 Ausbrüche auf französischen Bauernhöfen, bei denen 3,5 Millionen Tiere – überwiegend Enten – getötet werden mussten.

