Der französische Präsident Emmanuel Macron erklärt, dass sein Land Anfang nächsten Jahres als EU-Ratsvorsitzender auf eine weitere Einschränkung von Pestiziden in der Landwirtschaft drängen wird. Auf dem am Freitag abgeschlossenen Jahreskongress des IUCN World Conservation Congress in Marseille betonte Macron, dass sowohl Biodiversität als auch Klimawandel gemeinsam angegangen werden müssen. „Es gibt keinen Impfstoff für einen kranken Planeten.“
Frankreich ist in der ersten Jahreshälfte 2022 rotierender Vorsitzender der EU. Der Kampf für die Reduzierung von Pestiziden muss auf europäischer Ebene geführt werden, um ungleichen Wettbewerb mit französischen Landwirten zu vermeiden. „Wir befinden uns in einem Binnenmarkt“, erklärte der französische Landwirtschaftsminister Julien Denormandie.
Der französische Präsident und Minister betonten, dass dieselben Umweltstandards auch für Produkte gelten müssen, die in die EU importiert werden. Die CO2-Abgabe sei dabei ein guter Anfang.
Frankreich will Umwelt- und Klimastandards besser im internationalen Agrarhandel verankern. Die Einfuhr von Agrarprodukten müsse denselben Umwelt- und Klimaanforderungen unterliegen wie inländische Produkte, fordert Denormandie.
Frankreich hat dieses Jahr selbst einen umfangreichen agrarischen Klimaplan beschlossen. Neben einer Wetterversicherung werden Programme gestartet, um Landwirtschaft und Gartenbau klimafester zu machen. FĂĽr die Nachhaltigkeit der Kulturen wollen die Franzosen zudem bei neuen genetischen Techniken wie Crispr-Cas weiter vorankommen.
Das war bis vor Kurzem noch ein Tabu, doch die Umstände ändern sich schnell. Indem Landwirtschaft und Gartenbau widerstandsfähiger gegen die Auswirkungen von Klimaschwankungen gemacht werden, kann das Land seine eigene Nahrungsmittelversorgung aufrechterhalten. Laut der französischen Regierung hat das strategisch große Bedeutung.
Auf der internationalen Biodiversitätskonferenz letzte Woche in Marseille diskutierten Politiker, Forscher und Vertreter der Zivilgesellschaft über die weltweit weiterhin verschlechterte Biodiversität.
Der Kongress ist Teil einer Reihe von klima-bezogenen Veranstaltungen, die im Herbst stattfinden werden, darunter der UN-Ernährungsgipfel am 23. September in New York, die UN-Biodiversitätskonferenz COP15 in der chinesischen Millionenstadt Kunming sowie der COP26-Gipfel, der im November in Glasgow beginnt.

