Präsident Macron bekräftigte bei der Vorstellung seines ökologischen Kurses seine Doktrin im Bereich der Agrarpolitik: keine übermäßige Umsetzung europäischer Vorschriften, keine neuen Beschränkungen ohne eine „Spiegelklausel“ für Importe, kein Verbot von Pflanzenschutzmitteln „ohne Lösungen“.
Frankreich hat Schwierigkeiten, die Emissionen aus der Landwirtschaft, die die höchsten aller europäischen Länder sind, sowie aus dem Verkehr zu reduzieren. Im Jahr 2018 zwang die Protestbewegung der „Gelbwesten“ den französischen Präsidenten, auf eine geplante Erhöhung der Kraftstoffsteuern zu verzichten. Nun bringt er unter anderem Tankgutscheine für Geringverdiener und ein günstiges Leasingangebot für Elektroautos.
Mehr als zwei Milliarden Euro des neuen Fonds sind für Landwirtschaft und Biodiversität vorgesehen, davon 500 Millionen Euro für die Wiederbepflanzung von Bäumen und Landschaftselementen. Eine Milliarde Euro ist für Forschung zu alternativen Lösungen für Pestizide eingeplant, sagte Minister Marc Fresneau gegenüber der Presse.
Im Jahr 2022 war die Landwirtschaft für 21 % der Treibhausgasemissionen in Frankreich verantwortlich, knapp hinter dem Verkehr mit 29 %. Fast die Hälfte der landwirtschaftlichen Emissionen stammt von Methan, das direkt mit der Tierhaltung und Wiederkäuern zusammenhängt.
Zu den angekündigten Maßnahmen will die Regierung den Anteil von Fleisch in der Ernährung reduzieren. Es wird geschätzt, dass 20 Millionen Tonnen an Emissionen vermieden werden könnten, wenn die Hälfte der französischen Verbraucher die tägliche Fleischmenge reduzieren würde.
Minister Fresneau gab außerdem bekannt, dass in den Jahren 2024, 2025 und 2026 jährlich 10 Millionen Euro zusätzlich für die Förderung von französischen Bio-Lebensmitteln ausgegeben werden, mit dem Ziel, den Anteil der Bio-Flächen in Frankreich bis 2030 zu verdoppeln. Die Käufe von Bio-Produkten gingen im letzten Jahr in Frankreich um 4,6 % zurück.

