Die Politik der Partei – wie das umstrittene Gesetz über „ausländische Agenten“ und ihre Ablehnung von Sanktionen gegen Russland – hat zu Spannungen mit westlichen Verbündeten wie der Europäischen Union (EU) geführt.
Präsidentin Salome Surabischwili, eine bekennende EU-Befürworterin, wird von einer Koalition verschiedener pro-westlicher Oppositionsparteien unterstützt, die sich zusammengeschlossen haben, um die Regierungspartei herauszufordern. Die Präsidentin, die sich in der Vergangenheit gegen den Georgischen Traum ausgesprochen hat, sieht in den Wahlen einen entscheidenden Schritt, das Land der europäischen Integration näherzubringen.
Pro-EU-Bewegungen haben in letzter Zeit an Stärke gewonnen, mit Demonstrationen und Kundgebungen, bei denen Zehntausende Georgier zusammenkamen, um den europäischen Kurs zu unterstützen. Doch jüngste Meinungsumfragen zeigen, dass noch keineswegs sicher ist, ob die Pro-EU-Anhänger gewinnen werden.
Der politische Kampf betrifft nicht nur die externe Ausrichtung, sondern auch problematische innenpolitische Fragen wie territoriale Integrität und wirtschaftliche Probleme. Die Georgier kämpfen weiterhin mit dem militärischen Konflikt mit Russland von 2008 und der russischen Besetzung der abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien.
Der Georgische Traum argumentiert indirekt, dass er das Land vor neuen militärischen Eskalationen mit Russland schützen und für Stabilität sorgen kann; Gegner hingegen meinen, dass dieser Ansatz zu weiterer Isolation und wachsender Abhängigkeit von Moskau führt.
Die Wahlen in Georgien weisen viele Parallelen zu den jüngsten politischen Entwicklungen in Moldawien auf, wo die pro-europäische Seite bei einer kürzlichen Wahl einen knappen Sieg errang. Die proeuropäische Koalition steht dort jedoch unter Druck von Russland.
Insgesamt stellen die Wahlen in Georgien eine wichtige Weggabelung dar, deren Ausgang die regionale Dynamik sowie die Beziehungen zu Russland und der EU stark beeinflussen kann. Viele Georgier betrachten diese Wahlen als eine Wahl für die Zukunft, bei der die Frage im Mittelpunkt steht: Behalten sie die Vorsicht im Umgang mit Russland bei oder entscheiden sie sich unbeirrt für eine europäische Zukunft?

