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Glyphosat-Rückstände nicht nur bei Landbewohnern gefunden

Iede de VriesIede de Vries
Medizinische Untersuchungen in irischen Familien haben ergeben, dass bei einer von vier Personen Rückstände des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat im Körper nachweisbar sind. Die Tests wurden sowohl bei Bauernfamilien als auch bei Familien ohne landwirtschaftlichen Hintergrund durchgeführt, mit vergleichbaren Ergebnissen in beiden Gruppen.

Wissenschaftler der Universität Galway berichten, dass die Studie zeigt, dass Glyphosat-Rückstände überall vorkommen, nicht nur in der Nähe von landwirtschaftlichen Betrieben, wo das Mittel am meisten eingesetzt wird. Die Forscher hoffen, dass ihre Erkenntnisse zur Diskussion in der EU über eine mögliche Verlängerung der Zulassung von Glyphosat beitragen werden.

In der Galway-Studie waren 68 Familien beteiligt, von denen 14 auf Bauernhöfen lebten, auf denen Glyphosat versprüht wurde. Insgesamt nahmen 132 Erwachsene und 92 Kinder teil. Die Tests ergaben, dass 26 Prozent der Gruppe Glyphosat im Urin hatten. Bei Kindern lag dieser Anteil etwas höher. 

Die Menge an Glyphosat im Urin der Bauernfamilien war nur geringfügig höher als die der nichtlandwirtschaftlichen Familien. Die Weltgesundheitsorganisation kam 2015 zu dem Schluss, dass der chemische Stoff wahrscheinlich krebserregend ist. Diese Einschätzung wird von europäischen wissenschaftlichen Institutionen nicht unterstützt. In den Vereinigten Staaten wurden Tausende Schadensersatzklagen im Zusammenhang mit Glyphosat-Anwendung ausgezahlt. 

Aufgrund einer im vergangenen Jahr initiierten Europäischen Bürgerinitiative gegen die Nutzung von Glyphosat in Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie veranstalteten der AGRI-Landwirtschaftsausschuss und der ENVI-Umweltausschuss des Europäischen Parlaments am Dienstag in Brüssel eine Anhörung. Die Initiatoren fordern, dass synthetische Pflanzenschutzmittel bis 2035 schrittweise abgeschafft werden.

Die Kommissare Sinkevicius (Umwelt) und Timmermans (Klima) präsentierten bei dieser Anhörung ihre Antwort auf das Bürgerbegehren. Die Kommission möchte den Lebensraum von Bienen durch mehr Grünflächen, auch in Städten und Dörfern, stärken und den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel reduzieren. Innerhalb der EU herrscht über ein mögliches Verbot bislang keine Einigkeit.

Darüber hinaus muss die Europäische Kommission noch in diesem Jahr eine Entscheidung über die Verlängerung der Zulassung für den Einsatz von Glyphosat in der EU-Landwirtschaft treffen. Mehrere EU-Länder drängen auf ein Verbot.

Tags:
Umwelt

Dieser Artikel wurde von Iede de Vries geschrieben und veröffentlicht. Die Übersetzung wurde automatisch aus der niederländischen Originalversion generiert.

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