Der niederländische Verbraucher zahlt für Fleischprodukte deutlich mehr als in anderen EU-Ländern. Niederlande gehören mit den Fleischpreisen zu den Top fünf in der EU.
Laut einer Untersuchung des statistischen Amts für 2019 gibt es innerhalb der Europäischen Union große Preisunterschiede. Wenn die Preisniveaus mit dem EU-Durchschnitt verglichen werden, zeigt sich, dass 2019 der Fleischpreis in Österreich (Preisindex 145) und Luxemburg (141) am höchsten war, gefolgt von Frankreich (131), den Niederlanden (127), Belgien (125) und Finnland (124).
Die niedrigsten Preisniveaus für Fleisch lagen 2019 dagegen in Polen und Rumänien (jeweils mit einem Preisindex von 63), gefolgt von Bulgarien (66) und Litauen (71). Rumänien hatte die niedrigsten Fleischpreise in der Europäischen Union (EU), 37,3 % unter dem EU-Durchschnitt, Polen (36,7 % unter dem EU-Durchschnitt), Bulgarien (33,8 % unter dem EU-Durchschnitt) und Litauen (29,9 % unter dem EU-Durchschnitt).
Die Kategorien Fleisch, auf die sich diese Statistiken beziehen, umfassen Rind- und Kalbfleisch, Schweinefleisch, Lammfleisch, Schaffleisch und Ziegenfleisch, Geflügel, anderes Fleisch und essbare Schlachtabfälle, Delikatessen und andere Fleischzubereitungen, so Eurostat.
In der EU-Untersuchung wurden auch die Fleischpreise von drei Nicht-EU-Ländern – Schweiz, Island und Norwegen – berücksichtigt. Diese Länder gehören zwar zum Europäischen Wirtschaftsraum, unterliegen jedoch nicht der EU-Landwirtschafts- und Lebensmittelpolitik. In der Schweiz kostet Fleisch sogar fast anderthalb Mal so viel wie der weltweite Durchschnitt. Es ist teurer als irgendwo sonst auf der Welt, wie bereits eine frühere Untersuchung von Caterwings, einem inzwischen eingestellten Online-Marktplatz für Catering, zeigte.
Im Vergleich zum EU-Durchschnitt müssen die Schweizer laut Eurostat-Daten 2,3 Mal so viel für Fleisch bezahlen (mehr als das Doppelte). Eine Stichprobe ergab, dass ein Kilo Schinken aus konventioneller Tierhaltung in der Schweiz durchschnittlich 23 Franken (21 Euro) kostete, während ein Kilo Bio-Schinken 51 Franken (47 Euro) kostete – mehr als das Doppelte.
Das Schweizer Tierschutzgesetz gilt als das strengste weltweit. Es ist jedoch nicht so, dass die hohen Fleischpreise daraus resultieren, dass eine tierfreundlichere Viehzucht die Produktionskosten hochtreibt und davon letztlich Landwirte und Tiere profitieren würden.
Das ist nicht der Fall, sagt Mathias Binswanger, Wirtschaftsprofessor an der Fachhochschule Nordwestschweiz in Olten. „Der höhere Preis kommt vor allem den Einzelhändlern zugute, nicht den Bauern.“ Die hohe Marge für Großhändler und Händler steigt noch weiter an, wenn das Fleisch unter tierfreundlichen Bedingungen produziert wird, wie bereits eine Marktanalyse der Schweizer Tierschutzorganisation STS zeigte, berichtete Deutsche Welle kürzlich.

